Hamburg – Es trifft vor allem Berufspendler und Frühaufsteher: Der Streik der Lokführer am Donnerstag soll von 2 Uhr morgens bis 11 Uhr dauern, kündigte GDL-Vizechef Claus Weselsky an. Weitere Arbeitskampfmaßnahmen seien für Freitag, Montag, Dienstag und Mittwoch vorgesehen, sollte die Bahn nicht einlenken.
Hauptbahnhof Frankfurt am Main beim letzten Streik vergangenen Freitag: Sollte die Bahn nicht nachgeben, soll es an fünf Tagen Aktionen geben
Vorläufig darf die GDL allerdings nur im Nahverkehr streiken. Das Arbeitsgericht Chemnitz hatte am 5. Oktober entschieden, dass die Lokführer im Güter- und Fernverkehr ihre Arbeit nicht niederlegen dürfen. Gegen die einstweilige Verfügung hat die GDL inzwischen aber Berufung eingelegt. "Streiks nur im Nahverkehr treffen die Bahn nicht", begründete der zweite GDL-Vize Günther Kinscher den Schritt gegenüber der "Welt". Ein Termin für die mündliche Verhandlung steht allerdings noch nicht fest. Bislang sei nur die Berufung der GDL eingegangen, nicht aber die Begründung, teilte ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts Sachsen mit. Diese sei aber Voraussetzung für eine Verhandlung.
GDL-Chef Manfred Schell hatte schon am Mittag erklärt, dass er keine Alternative zu einem neuen Ausstand sehe. "Die Zeichen stehen klar auf Streik", sagte er der Online-Ausgabe der "Bild"-Zeitung. Es gebe keine andere Wahl.
Allerdings hatte die GDL die Aussagen ihres Chefs da noch heftig dementiert. "Das kann ich ganz klar dementieren. Da ist nichts dran", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert. Schell ist für drei Wochen zu einem Kuraufenthalt gefahren. Sein Vize Weselsky hat die Federführung in der Tarifauseinandersetzung übernommen.
ase/Reuters/AFP
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