Nürnberg - Die gute Konjunktur macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Oktober 3,434 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet - 110.000 weniger als im September und sogar 650.000 weniger als noch im Oktober 2006. Die Arbeitslosenquote verringerte sich damit um 0,2 Punkte auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,8 Prozent gelegen.
Baustelle (in Berlin): Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften wegen guter Konjunktur
Saisonbereinigt verzeichnete die BA einen Rückgang um 40.000 Erwerbslose auf 3,657 Millionen Menschen. In Westdeutschland nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 38.000 ab, im Osten um 2000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe weiter deutlich zugelegt, die Arbeitskräftenachfrage bleibe auf hohem Niveau.
Im kommenden Jahr wird die Zahl der Arbeitslosen nach Einschätzung der BA dennoch nicht unter die Marke von drei Millionen sinken. Dies sei unwahrscheinlich, wenn die Wirtschaft wie von der Bundesregierung erwartet im kommenden Jahr nur um 2,0 Prozent zulege, sagte Alt. Trotzdem erwartet die BA für 2008 eine gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. "Wir glauben, dass sich der positive Trend fortsetzt, vielleicht mit einem Gang zurückgeschaltet." Im Jahresdurchschnitt 2008 erwarte die Behörde unverändert 3,4 bis 3,5 Millionen Arbeitslose nach etwa 3,8 Millionen in diesem Jahr.
Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) meldete gute Arbeitsmarktdaten für Deutschland: Demnach wurden im September rund 40,5 Millionen Beschäftigte mit Wohnort in Deutschland gezählt. Das waren 676.000 oder 1,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Als Gründe für die positive Entwicklung nannten die Statistiker die robuste Konjunktur und die gute Lage am Lehrstellenmarkt.
Trotz der hoffnungsvollen Daten trübt sich die Stimmung der Bundesbürger wieder ein. Einer Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL zufolge rechnen 43 Prozent der Deutschen mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage - so viele wie noch nie in diesem Jahr. Nur noch 26 Prozent erwarteten, dass es weiter aufwärts geht. Im Mai waren noch 41 Prozent der Befragten optimistisch und lediglich 28 Prozent pessimistisch gestimmt.
Als Gründe für den Stimmungsumschwung nannte Forsa-Chef Manfred Güllner die drastischen Preissteigerungen bei Strom und Lebensmitteln sowie die Senkung der Wachstumsprognose für 2008 durch die Bundesregierung.
kaz/dpa/Reuters/AFP/ddp
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