Von Susanne Amann
"Mit dem Kopf durch die Wand wird nicht gehen. Da siegt zum Schluss immer die Wand."
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Tarifkonflikt zwischen der Lokführergesellschaft GDL und der Bahn.
GDL-Chef Schell: "Witz der Woche"
"Witz der Woche."
GDL-Chef Manfred Schell, über das Angebot der Bahn, zehn Prozent mehr zu zahlen - statt der geforderten 31 Prozent.
"Wenn durch den Streik mal ein paar Tage lang die Züge nicht dort ankommen, wo sie normalerweise ankommen, bricht die deutsche Wirtschaft nicht zusammen."
Vermittler Kurt Biedenkopf (CDU) behält auch im größten Hickhack des Tarifkonflikts zwischen Bahn und Lokführern einen klaren Kopf.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Jahre 2020 noch für 20 Euro nach Mallorca fliegen."
Hans Joachim Schellhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, nimmt den Klimaschutz ernst.
"Knapp unter 14 Litern pro 100 Kilometer."
Dieter Zetsche, Daimler-Chef, auf die Frage nach dem Spritverbrauch seines Dienstwagens, eine S 600-Limousine.
"Der BASF-Chef argumentiert wie ein Wirtschaftsstalinist."
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) schießt gegen BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Der hatte in einem Interview darüber philosophiert, wie erfolgreich das 12. Jahrhundert gewesen sei - obwohl es das wärmste war.
Manager, Geld und Gier
"Der ist so knauserig, dass er sich am zweiten Advent mit einer Kerze vor den Spiegel stellt."
Uwe Hück, Betriebsratschef bei Porsche, über seinen Chef Wendelin Wiedeking, der in diesem Jahr rund 56 Millionen Euro verdient hat.
Porsche-Chef Wiedeking: "Fair, wenn alle vom Erfolg profitieren"
Wendelin Wiedeking, Porsche-Chef, über die Entscheidung, jedem Mitarbeiter eine Prämie in Höhe von 5200 Euro zu zahlen.
"Vorstandsverträge werden individuell vereinbart und sehen häufig dann eine Zurverfügungstellung von Wohnraum vor."
Lindes Aufsichtsratschef Manfred Schneider über den umstrittenen Kauf einer mindestens acht Millionen Euro teuren Villa für Linde-Chef Wolfgang Reitzle.
"Ich habe den Eindruck, dass viele bei uns nach dem Motto leben: Wenn es mir nicht gut geht, dann darf es dem Nachbarn nicht besser gehen."
Wolfgang Reitzle, Chef des Industriegas-Konzerns Linde, über die Neidgesellschaft.
"Ich brauche keinen Ferrari mehr. Ich konzentriere mich jetzt wieder auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ein Porsche Boxster reicht mir vollkommen."
Tan Siekmann, Ex-Chef der Computerfirma Biodata, beschränkt sich wieder auf das Wesentliche.
"Arm zu sein ist eine Schande. Wenn Du arm bist, bist Du dumm."
Jewgenij Tschitschwarkin, Chef des russischen Mobiltelefonhändlers Ewroset, vergisst, dass man nicht überall so schnell Millionär wird wie in Russland.
"Als ich zur Deutschen Bank kam, bekam ich zwei Millionen Mark. Wenn ich heute ein vergleichbares Gehalt hätte, würde ich jeden Respekt verlieren. Man würde sagen: Der hat keinen Marktwert."
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärt, warum sein Gehalt von rund 13 Millionen Euro nicht nur gerechtfertigt, sondern geradezu notwendig ist.
"Die Gier gibt den Ton an."
David Rubenstein, Chef der Beteiligungsgesellschaft Carlyle, erkennt den einzig wahren Grund für Konzernübernahmen, steigende Preise für Unternehmen und Boni in irrationalen Höhen.
Korruption, Präservative und Viagra
"Rein technisch gesehen: Wenn irgendwo Präservative fehlten, war ich auch dafür zuständig. Oder Viagra."
Klaus-Joachim Gebauer, ehemaliger Personalmanager bei VW und einer der Hauptbeschuldigten im Lustreiseskandal, erklärt im Prozess, in welchem Ausmaß er sich um die Angestellten des Autokonzerns kümmerte.
VW-Aufsichtsratschef Piëch: "Teamwork ist, wenn alle tun, was er will."
Der ehemalige VW-Betriebsratschef Klaus Volkert wundert sich, dass Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch angeblich nie etwas von den Lustreisen seiner angestellten Manager mitbekommen haben will.
"Für ihn ist Teamwork, wenn alle tun, was er will. Das betrifft auch den Aufsichtsrat."
Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) über die Führungsqualitäten von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.
"Ich weiß weder, wie tief dieser Sumpf ist, noch, wie weit er reicht."
Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, zum Schmiergeldskandal in seinem Unternehmen.
"Ohne Berater."
Peter Löscher, neuer Siemens-Chef, auf die Frage, wie er die neue Konzernstruktur erarbeitet hat.
"Die Annahme, ein halbes Landeskabinett könnte käuflich sein - darunter der Justizminister - liegt außerhalb meiner Vorstellungskraft."
Utz Claassen, Ex-EnBW-Chef, zu den Vorwürfen, er habe sich durch das Versenden von WM-Tickets an fünf Landesminister in Baden-Württemberg strafbar gemacht.
Kreditkrise, Konjunktur und nackte Hintern
"Nackte Hintern überall."
Charlie McCreevy, EU-Binnenmarktkommissar, über die Panik, die die Finanzkrise in den USA auslöste- und die die Schwächen der Finanzindustrie entblößte.
Verkaufsplakate vor Häusern in den USA: "Wie groß wird der Ärger?"
John Casesa, Analyst der Beratungsfirma Casesa Shapiro Group, ahnt, dass die US-Immobilien- und Kreditkrise auch auf andere Märkte übergreifen kann.
"Gerade in turbulenten Zeiten ist es wichtig, eine ruhige Hand zu haben."
EZB-Chef Jean-Claude Trichet besinnt sich in Zeiten von stürmischen Finanzmärkten auf den Politikstil des deutschen Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). Unklar ist, ob dieser hilft, die Folgen der Kreditkrise zu meistern.
"Der Aufschwung ist der Lohn für die von der Vorgängerregierung mit der Agenda 2010 eingeleiteten Reformen."
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobt ausnahmsweise ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) und dessen Reformen.
"Der Aufschwung hat mit den Arbeitsmarktreformen so viel zu tun, wie die Geburtenhäufigkeit mit der Zahl der Störche."
Dierk Hirschel, Chefökonom des Deutschen Gewerkschaftsbundes, teilt die Einschätzung von Merkel nicht.
"Ich hab' zumindest den Aufschwung nicht gestört."
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigt sich beim gleichen Thema erstaunlich selbsteinsichtig.
"Da krieg ich Pickel."
Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) ärgert sich über Berichte, wonach der Bund derzeit in Geld schwimme.
Persönliches und ein Besäufnis
"Nach der Christmette geht das Besäufnis los."Gloria Fürstin von Thurn und Taxis erzählt, wie ihre Familie Weihnachten feiert.
Paris Hilton in Berlin: "Ich führe eine riesige Firma."
Millionenerbin und Partynudel Paris Hilton versucht, ihren Lebenswandel ins rechte Licht zu rücken.
"Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind."
Telekom-Missionar Manfred Krug leistet Abbitte, weil er für den Börsengang der Deutschen Telekom geworben hatte.
"Wenn die Zeitung morgens mal nicht im Briefkasten ist, ist das für manche schlimmer, als wenn die Frau nicht da ist."
Bodo Hombach, WAZ-Chef, erklärt, warum die gedruckte Zeitung nie überflüssig werden wird.
"Sie werden mir fehlen."
Horst Köhler, Bundespräsident, trauert bei der Überreichung der Entlassungsurkunde an Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD), der aus privaten Gründen zurücktrat.
Führungsqualitäten und Kaumduscher
"Ich kenne diesen Typ. Sie essen Pizza zum Frühstück. Sie duschen selten. Und sie sagen nie Entschuldigung, wenn sie einen auf dem Gang umlaufen."Marissa Mayer, Entwicklungschefin bei Google, beschwert sich über ihre Kollegen, die Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin.
Google-Gründer Page (links) und Brin: "Sie duschen selten."
Stefan Einhorn, Professor an der Karolinska-Universitätsklinik in Stockholm und Bestseller-Autor, träumt von den Chefs der Zukunft.
"Es heißt immer, hinter jedem erfolgreichen Mann stehe eine starke Frau. Manchmal frage ich mich: Wo ist denn die Frau hinter mir?"
Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des schwäbischen Maschinenbauers Trumpf, verheiratet und vierfache Mutter über ihre Doppelrolle.
"Völlig unbeleckt von jeder wirtschaftlichen Vernunft."
Eric Clemons, Professor der Wharton School of Business, ist entsetzt über die Marktbewertung des US-Internet-Startups Facebook von zehn Milliarden Dollar und mehr.
Globalisierung mit Äppelwoi
"Die Chinesen reden nicht lang, sie machen - und sie machen sehr schnell, sehr schnell, sehr schnell."
Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade erklärt den Europäern den Unterschied in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China und dem sehr "bürokratischen" Europa.
Kanzlerin Merkel und der Dalai Lama: Der Besuch führte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen China und Deutschland.
Auch Joachim Ihrcke, Asien-Chef der Unternehmensberatung Droege, prophezeit Chinas Entwicklung zum Technologie-Standort.
"Habe ich mich jemals in die Frage eingemischt, wen China einlädt?"
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert genervt ob der diplomatischen Krise, die der Besuch des Dalai Lama zwischen China und Deutschland ausgelöst hat.
"Die sollen uns schlicht in Ruhe lassen. Das ist das Einzige, was an dieser Stelle Aufgabe der EU ist."
Roland Koch (CDU), hessischer Ministerpräsident, hält wenig von dem Vorhaben der EU-Kommission, die Bezeichnung des hessischen Nationalgetränks "Apfelwein" zu untersagen.
"Ich habe zum derzeitigen Zeitpunkt keine Ahnung. Aber es sind ja noch zweieinhalb Monate Zeit bis zu meinem Amtsantritt."
Jonas Bonnier, der ab Januar 2008 Chef des schwedischen Medienkonzerns Bonnier wird, auf die Frage, wie er das Verlagshaus ins Internet-Alter führen will.
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