Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax ) setzt seine Aufholjagd fort. In der ersten Handelsstunde schaffte es das wichtigste deutsche Börsenbarometer zeitweise schon wieder über die 7000-Punkte-Marke. Im Schnitt liegt der Dax gut zwei Prozent im Plus - ebenso wie der MDax und der TecDax . Bereits gestern hatte der Index fast sechs Prozent im Plus geschlossen.
Wertpapierhändler in Frankfurt: Der Dax steigt wieder
Als Gründe für den erneuten Anstieg nannten Teilnehmer die positiven Vorgaben von den amerikanischen und asiatischen Börsen. Der Dow Jones legte in der Nacht um 0,9 Prozent auf zu, der Nasdaq-Composite stieg um 1,9 Prozent auf 2361 Zähler. In Japan schloss der Nikkei 4,1 Prozent höher. Auch die Börsen Shanghai, Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur tendierten deutlich fester.
Die Investoren reagierten zudem positiv auf das zuvor von US-Präsident George W. Bush und führenden Kongressvertretern vorgestellte neue Konjunkturpaket im Umfang von 150 Milliarden Dollar. Es soll helfen, die Finanzkrise in den USA und die grassierenden Rezessionsängste einzudämmen.
Im Verlauf des Tages rechnen die Händler mit weiteren Zuwächsen: "Aufgrund der unterdurchschnittlichen Entwicklung am Wochenanfang sollte sich der Dax weiter deutlich erholen können", sagt ein Händler.
Gerüchte um Post-Verkäufe reißen nicht ab
Die Börsengeschichte des Tages kommt indes von der Deutschen Post : Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" will der Logistikkonzern das hochdefizitäre Paket- und Expressgeschäft an den US-Konkurrenten FedEx abgeben. Der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sagten Post-Kreise dagegen, dass noch keine Entscheidung getroffen worden sei. Post-Aktien gewannen aufgrund dieser Gerüchte deutlich an Wert.
"Für die Post wäre ein Verkauf des US-Expressgeschäfts ein Befreiungsschlag", sagte ein Händler. "Ein Verkauf des US-Expressgeschäfts ist sehr unwahrscheinlich", lautet auch das schriftliche Fazit des equinet-Analysten Jochen Rothenbacher.
Die profitable Postbank soll dem Bericht zufolge nicht verkauft, sondern mit einer anderen Bank zusammengeschlossen werden. Ein Händler sagte dazu, dass es damit erstmal keine Übernahmephantasien mehr für die Postbank gebe. Die Postbank-Lösung dürfte allerdings länger dauern. "Das Hauptproblem wäre, auf dem deutschen Bankenmarkt einen passenden Partner in einer ähnlichen Größe zu finden", schreibt Rothenbacher.
Nach Meinung eines anderen Analysten wäre die Fusion für Aktionäre von Nachteil: "Eine Fusion wäre für die Aktionäre im Vergleich mit einem Verkauf des Anteils, der rund sechs Milliarden Euro wert ist, die schlechtere Variante", sagte er.
ssu/AFP/dpa/ddp/Reuters
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