Halle - Der von der SPD angestrebte Mindestlohn würde breite Schichten der Arbeitnehmer erfassen: Laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) verdienten 2006 fast 20 Prozent der Angestellten in Ostdeutschland weniger als 7,50 Euro die Stunde. In Westdeutschland sei es jeder Zwölfte gewesen, teilte das IWH mit.
Mindestlohn-Werbung des Deutschen Gewerkschaftsbundes: In Ostdeutschland wäre jeder Fünfte betroffen
Völlig unklar ist nach Ansicht des IWH, wie ein Mindestlohn wirken würde. Experten vermuten, dass vor allem im Niedriglohnsektor massiv Jobs verloren gehen könnten. Betroffen seien vor allem Arbeitsplätze, die nicht durch die Produktivität der Mitarbeiter gedeckt seien, vermuten die Forscher vom IWH. Die Unternehmen könnten einfach die unbezahlten Überstunden erhöhen - wodurch ein Teil der Beschäftigten überflüssig würde.
IWH-Lohnkurve: Deutliche Diskrepanz zwischen Ost und West
Gegen den Mindestlohn in der Postbranche hagelte es heute bereits harte Kritik: Bernhard Heitzer, der Präsident des Bundeskartellamts, nennt ihn einen "ordnungspolitischen Sündenfall". Eine Lohnuntergrenze würde den Wettbewerb gefährden und "die Marktmacht der Deutschen Post AG zementieren" .
ssu/dpa/ddp
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