London - Der britische Erdölkonzern BP hat wegen schwacher Margen im Raffineriegeschäft und Belastungen aus dem Tankstellengeschäft im Jahr 2007 einen Gewinnrückgang um 22 Prozent erlitten. Insgesamt fiel der Gewinn auf 20,8 Milliarden Dollar, teilte BP mit. Die Produktion ging um drei Prozent auf 3,8 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag zurück.
BP-Tankstelle in London: Gewinneinbruch trotz Rekord-Ölpreis
Anders als seine Konkurrenten Exxon Mobil und Shell hat BP seinen Gewinn im vergangenen Jahr nicht steigern können. Erst letzte Woche hatte die Esso-Mutter Exxon Mobil mit 40,6 Milliarden Dollar den größten Gewinn ihrer Geschichte vermeldet. Shell schaffte einen Gewinnsprung um 23 Prozent auf rund 31 Milliarden Dollar. "Unsere Ergebnisse im vierten Quartal waren enttäuschend", kommentiert BP-Chef Tony Howard.
BP will 5000 Stellen streichen
Zusätzlich zur Auslagerung der 9500 Supermarktstellen will BP nun weitere 5000 Arbeitsplätze streichen. Damit sollen die Fixkosten um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden. Zudem kündigte der Konzern an, künftig eher durch Dividendenzahlungen als durch Aktienrückkäufe Geld an die Anleger auszuzahlen. Die BP-Aktie legte nach diesen Ankündigungen rund zwei Prozent zu.
Für das vierte Quartal hob der Konzern die Dividende um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Analysten werten dies als Zeichen des Vertrauens in die eigene Stärke. "Die Dividendenpolitik gibt sicherlich einen Schub", sagte Analyst Jason Kenney von ING. "Die Talsohle ist erreicht. Der Aufschwung beginnt im ersten Quartal 2008."
BP hatte in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen: Bei einem Unfall in einer Raffinerie in Texas kamen 2005 15 Arbeiter ums Leben. Der Konzern musste Schadenersatz zahlen - Kartellbehörden hatten BP vorgeworfen, der Vorfall sei durch Einsparungen bei den Sicherheitsvorkehrungen verschuldet. Hinzu kamen Gewinnausfälle, insgesamt kamen so mehrere Milliarden Dollar zusammen.
Lecks an Öl- und Gas-Pipelines in Alaska und Verzögerungen wichtiger Förderprojekte beschädigten das Vertrauen der Anleger zusätzlich. Auch die Verhandlungen mit Gasprom sorgten für Unmut. BP hatte im Juni nach jahrelangem Druck durch russische Behörden zugestimmt, Gasprom den Kontrollanteil eines Gasfelds zu überlassen, um später 25 Prozent davon zurückzukaufen.
ssu/AFP/dpa-AFX/Reuters
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