Bonn - Post-Personalvorstand Walter Scheurle sprach von einem "tragfähigen Kompromiss" für beide Seiten: Am Nachmittag, quasi in letzter Minute, hatten die Verhandlungsführer von Post und Ver.di den Durchbruch erzielt.
Post-Fahrräder: Streik in letzter Minute abgewendet
Am Mittag noch hatten die Zeichen auf Streik gestanden. Bei der Urabstimmung über unbefristete und flächendeckende Arbeitsniederlegungen hatten 93,1 Prozent der Ver.di-Mitglieder für einen Arbeitskampf bei der Post votiert. Ver.di hatte für die Tarifkräfte den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 30. Juni 2011, sieben Prozent mehr Geld sowie zehn Arbeitszeitverkürzungstage gefordert. Mit diesen zusätzlichen freien Tagen sollte die "arbeitsplatzvernichtende Wirkung" der erhöhten Wochenarbeitszeit der 55.000 Beamten von 38,5 auf 41 Stunden ausgeglichen werden.
Laut Post wird die wöchentliche Arbeitszeit der tariflichen Mitarbeiter bei 38,5 Stunden belassen. Als Ausgleich dafür hat das Unternehmen die Reduzierung bezahlter Pausen durchgesetzt.
Die Arbeitszeit der Post-Beamten werde - abweichend von der für andere Bundesbeamte geltenden Regelung - bei 38,5 Wochenstunden belassen, teilte das Unternehmen weiter mit. Dem müsse der Bundesfinanzminister aber noch zustimmen. Auch für diese Beschäftigtengruppe würden die bezahlten Pausenzeiten reduziert, so dass auch hier die genannte faktische Mehrarbeit über die 38,5 Wochenstunden hinaus zum Tragen kommt.
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2010. Die Ver.di-Tarifkommission hat dem Kontrakt bereits zugestimmt.
mik/ddp/dpa/Dow Jones
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