Wiesbaden - Beliebtestes Ziel deutscher Auswanderer ist die Schweiz. Dorthin zogen im vergangenen Jahr 20.000 Deutsche. In die USA wanderten 14.000 Bundesbürger aus, je rund 10.000 gingen nach Österreich und nach Polen. Insgesamt stieg die Zahl der Auswanderer 2007 verglichen mit dem Vorjahr um sechs Prozent auf 165.000, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Illuminiertes Matterhorn mit Schweizer Fahne: 20.000 Deutsche wanderten in das Nachbarland aus
Im gleichen Zeitraum zogen knapp 572.000 Ausländer nach Deutschland. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Erstmals seit 2001 sei damit die Tendenz einer rückläufigen Zuwanderung von Ausländern unterbrochen, teilten die Statistiker mit. Daneben kamen 2007 auch 111.000 Deutsche nach Deutschland - unter anderem Spätaussiedler oder Rückkehrer aus dem Ausland.
Schon in den vergangenen Jahren war die Zahl der Auswanderer aus Deutschland kontinuierlich gestiegen. 2005 waren insgesamt 145.000 Deutsche in die Ferne aufgebrochen, im Folgejahr bereits 155.000. Im Jahr 2002 hatte die Zahl der Auswanderer noch bei 118.000 gelegen.
Ins Ausland machten sich 2007 laut Statistischem Bundesamt vor allem Westdeutsche und Berliner auf. 151.000 Auswanderer kamen von dort. Aus den ostdeutschen Bundesländern waren es nur 14.000.
Dafür sorgten die Ostdeutschen für eine starke innerdeutsche Wanderungsbewegung. Insgesamt zog es 138.000 Menschen aus den neuen Bundesländern in die alten. Das sind etwas mehr als im Vorjahr, als 136.000 Ostdeutsche nach Westen umsiedelten. Die umgekehrte Richtung von West nach Ost wählten 2007 nur 83.000 Menschen, 2006 waren es 82.000 gewesen.
Insgesamt zogen im vergangenen Jahr 635.000 Menschen aus Deutschland weg und 683.000 zu, so dass sich ein Überschuss von 48.000 Menschen ergab. Dieser Überschuss hat sich den Statistikern zufolge im Vergleich zu 2006 mehr als verdoppelt.
wal/AFP/AP/ddp
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH