Hamburg/Washington - Der Rückgang der US-Nachfrage sei vor allem auf das langsamere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft und die explodierenden Treibstoffpreise zurückzuführen, teilte die US-Energiebehörde EIA am Dienstag in ihrem Monatsbericht mit. Der Bedarf ist demnach im Schnitt um 800.000 Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.
Ölförderung in Kalifornien: Gesunkener Bedarf
Wie hoch die Preise für Rohöl in den vergangenen Monaten gestiegen sind, verdeutlicht ein Vergleich in dem Bericht der Behörde: Demnach nahmen die Opec-Staaten in den ersten sieben Monaten 2008 beinahe soviel ein wie im gesamten Vorjahr. Bis Ende Juli brachten die Netto-Ölausfuhren den Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) 642 Milliarden Dollar ein, teilte das US-Energieministerium in Washington mit. 2007 seien es lediglich insgesamt 671 Milliarden Dollar gewesen.
Voraussagen des Ministeriums zufolge könnten die Opec-Staaten in diesem Jahr insgesamt 1,17 Billionen Dollar einnehmen. 2009 könnte diese Zahl dann sogar auf 1,23 Billionen Dollar steigen.
Das Ministerium hob seine Prognose für die Rohölförderung der Opec an. Sie dürfte derzeit mit 32,42 Millionen Barrel um 100.000 Barrel je Tag höher liegen als noch im Juli prognostiziert. Für das dritte Quartal erwartet die US-Regierung eine Förderung von 32,88 Millionen Barrel pro Tag, für das vierte Quartal 32,40 Millionen Barrel täglich.
Die Ölproduzenten außerhalb der Opec dürften dem US-Ministerium zufolge jedoch etwas weniger fördern als bisher erwartet. Die Prognose wurde von 49,38 Millionen Barrel pro Tag auf 49,15 Millionen Barrel reduziert. Im kommenden Jahr erwarten die USA dann wieder eine Zunahme der Förderung.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wird das Weltrohölangebot in den Jahren 2009 und 2010 steigen. In den Jahren 2011 und 2012 könnten jedoch spärliche Investitionen einen Rückgang des Angebots zur Folge haben, sagte der Leiter der IEA-Statistikabteilung, Jean-Yves Garnier. "In den beiden kommenden Jahren werden wir mehr überschüssige Produktionskapazitäten haben, aber hinter der weiteren Entwicklung steht ein Fragezeichen." Bei fehlenden Investitionen vor Ort könne es 2011 und 2012 zu "massiven Problemen" kommen.
Der Ölpreis sank heute leicht. Beobachter deuteten das auch als Reaktion auf das vermutliche Ende der Kampfhandlungen in Georgien. Das Fass US-Leichtöl verbilligte sich zeitweilig um mehr als einen Dollar auf weniger als 113 Dollar.
kaz/Reuters/dpa-AFX
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