New York - Die US-Finanzmärkte stehen unter Schock: Das überraschende Scheitern des US-Rettungspakets für die Finanzbranche im Repräsentantenhaus hat die amerikanischen Börsen abstürzen lassen.
Händler an der Wall Street: Entsetzten über den 777-Punkte-Fall
Damit war der Dow in Punkten stärker gefallen als am 11. September 2001. Beim finanzlastigen S&P-500-Index kam es zum größten prozentualen Verlust seit Oktober 1987.
In der Abstimmung im US-Abgeordnetenhaus lehnten zuvor 228 Parlamentarier das 700 Milliarden Dollar schwere Paket ab. Lediglich 205 stimmten zu. Vor allem Republikaner, die staatliche Eingriffe grundsätzlich ablehnen, votierten gegen das Programm, auf das führende Demokraten und Republikaner sich erst nach Marathon-Sitzungen am Sonntag geeinigt hatten. US-Präsident George W. Bush hat weitere Initiativen angekündigt.
Die Ablehnung des Vorhabens verschlimmerte die Verluste der ohnehin schon in Aufruhr versetzten Märkte. Vom Kurssturz betroffen waren vor allem Finanztitel. So verloren Aktien der US-Bank Morgan Stanley rund 15 Prozent - obwohl das Institut mit dem japanischen Finanzkonzern Mitsubishi UFJ Holdings (MUFG) einen kapitalkräftigen Großaktionär bekommen hat. Auch andere Bankenwerte konnten sich dem Sog nicht entziehen. So brachen die Papiere von American Express um knapp 18 Prozent ein. Die Titel der Bank of America verloren rund 17 Prozent Aktien von JP Morgan verbilligten sich um 15,01 Prozent
Apple-Aktien sackten um knapp 18 Prozent ab. Händler verwiesen als Belastung auf negative Analystenkommentare. Sowohl Morgan Stanley als auch RBC Capital hatten die Einschätzungen für die Titel des Computerherstellers zurückgenommen.
Bereits zuvor hatten Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche die Börsen zu Handelsbeginn auf Talfahrt geschickt. Die angeschlagene Regionalbank Wachovia verkaufte unter staatlicher Vermittlung ihr Privatkundengeschäft an die Citigroup und nährte damit Befürchtungen, die Finanzkrise könne noch weitere Banken in den Abgrund reißen.
Wachovia-Titel wurden zunächst ausgesetzt und brachen nach Wiederaufnahme um 82 Prozent ein. Die Aktien der Citigroup notierten knapp zwölf Prozent im Minus. Auch die Verstaatlichung der angeschlagenen britischen Hypothekenbank Bradford & Bingley (B&B) und die Teilübernahme des niederländisch-belgischen Finanzkonzerns Fortis durch die Benelux-Staaten lasteten auf den Kursen. Damit hinterlässt die Finanzkrise auch in Europa immer deutlichere Spuren.
suc/Reuters/dpa-AFX
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