Hamburg/Bonn - Die Telekom stolpert von Skandal zu Skandal: Um den Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten aufzuklären, hat der Konzern auch seine eigenen Mitarbeiter bespitzelt. Das berichtet der SPIEGEL.
Telekom-Chef Obermann: Staatsanwaltschaft ist informiert
Im konkreten Fall ging es um den Diebstahl der Daten von 17 Millionen Handy-Kunden im Jahr 2006. Um mögliche Täter zu überführen, so die jüngste Telekom-Erkenntnis, haben Mitarbeiter von T-Mobile damals Verbindungsprotokolle von internen Verdächtigen ausgewertet.
Entsprechende Daten konnten nun auf der Festplatte eines Angestellten gefunden werden. Der bereits in der Affäre um ausgespähte Journalisten und Aufsichtsräte beschuldigte Manager soll angeblich ohne Rücksprache mit Vorgesetzten gehandelt haben.
Auch die damals mit der Aufklärung des Falls betrauten Sicherheitsmanager Erwin Recktenwald und Uwe Schönborn sollen angeblich nicht eingeweiht worden sein. In den nächsten Tagen will die Telekom personelle Konsequenzen aus der Skandalserie ziehen – selbst Spitzenmanager sollen zur Disposition stehen. Den Aufsichtsrat unterrichtete Konzernchef René Obermann vergangene Woche persönlich über die jüngste Entwicklung. Die Staatsanwaltschaft ist ebenfalls informiert.
Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Diebstahl von Kundendaten der Deutschen Telekom. Möglich wurde der Klau durch Löcher in der Sicherheit der Kundendatenbanken, die nach Angaben der Telekom mittlerweile gestopft wurden.
cvk/ddp
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