Frankfurt am Main - Erst kürzlich zogen die fünf Wirtschaftsweisen mit ihrem kritischen Jahresgutachten den Unmut der Bundesregierung auf sich - jetzt macht einer von ihnen schon wieder mit einem ungewöhnlichen Vorschlag auf sich aufmerksam: Die Regierung solle erwägen, den deutschen Konzern zeitweise zu verstaatlichen, um ihn nach überstandener Krise möglichst bald wieder an private Investoren weiterzuverkaufen, wird der Wirtschaftsweise Peter Bofinger im "Münchner Merkur" zitiert.
Wirtschaftsweiser Bofinger: Opel verstaatlichen
Vor einer Verstaatlichung müsse Opel jedoch aus dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) herausgelöst werden. Der US-Konzern hatte vor einer möglichen Insolvenz gewarnt. Angesichts des Absatzeinbruchs und einer verfehlten Modellpolitik verbrennt GM jeden Monat mehr als eine Milliarde Dollar. In absehbarer Zeit könnte dem Unternehmen schlicht das Geld ausgehen. In diesem Fall droht die Insolvenz. Diese könnte den deutsche Konzern Opel mit in den Abgrund reißen.
Opel hatte Bund und Länder am Freitag als erster deutscher Autohersteller um Bürgschaften gebeten. Zur Höhe der Bürgschaften machte Opel keine Angaben. Branchenkreise rechnen aber mit einer Summe in Milliardenhöhe. Opel-Chef Demant betonte, das Unternehmen sorge mit der Bitte um Bürgschaften nur für den "theoretischen Fall" vor, dass wegen der Krise bei GM "die Finanzströme aus den USA nicht mehr weiterlaufen".
Die Bundesregierung will bis Weihnachten über eine mögliche Bürgschaft für den unter Druck geratenen Autobauer entscheiden.
ssu/AP
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