20. Februar 2009, 15:58 Uhr

Berlins Finanzsenator

Sarrazin beansprucht Top-Job bei Bundesbank

Er kann es nicht lassen: Der Berliner Noch-Finanzsenator Thilo Sarrazin - bekannt für markige Sprüche - will sich bei dem neuen Job als Bundesbanker nicht mit Nebenaufgaben abspeisen lassen. Nach SPIEGEL-Informationen fordert er ein Top-Ressort - und macht sich damit nicht eben beliebt.

Hamburg - Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sorgt nach SPIEGEL-Informationen bereits vor seiner offiziellen Berufung in den Vorstand für Unruhe bei der Bundesbank. So hat er bereits den Aufgabenbereich "Internationale Beziehungen", den bisher Hermann Remsperger verantwortet, für sich reklamiert.

Finanzsenator Sarrazin: Interesse am abwechslungsreichen Ressort
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Finanzsenator Sarrazin: Interesse am abwechslungsreichen Ressort

In der Notenbank verursacht das erheblichen Unmut. Denn für das abwechslungsreiche Ressort interessieren sich auch andere Vorstandsmitglieder. Sowohl Hans-Helmut Kotz, der bislang für Märkte zuständig ist, als auch Rudolf Böhmler (CDU), das am kürzesten amtierende Mitglied des Gremiums, würden gern andere Aufgaben übernehmen. Böhmler leitet derzeit unter anderem die Gebäudeverwaltung.

Ein dritter Mann mit Ambitionen auf das Amt wäre wohl auch Hans Georg Fabritius, dem bisher die Handelsgeschäfte sowie das Controlling unterstehen, berichten Insider. "Eigentlich ist es bei uns üblich", so ein hochrangiger Bundesbanker, "dass einer, der hier anfängt, sich erst einmal vorstellt, bevor er Ansprüche erhebt."

Sarrazins forsches Auftreten könnte indes kontraproduktiv sein: Über die Aufgabenverteilung entscheidet der Vorstand mehrheitlich - und Bundesbankpräsident Axel Weber hat ein Vetorecht.

suc


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