Hamburg/München - Der Manager-Exodus beim Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat ein juristisches Nachspiel: Drei ehemalige Vorstandsmitglieder der Krisenbank haben ihren früheren Arbeitgeber verklagt. Ein Sprecher des Landgerichts München bestätigte den Eingang dreier Klagen.
Ex-HRE-Chef Funke: Ansprüche auf Nachzahlung
Das frühere Vorstandsmitglied Markus Fell klagt nach Angaben des Gerichts gegen seine Entlassung. Fell erhielt früher 450.000 Euro im Jahr als Festgehalt und weitere 450.000 Euro Erfolgsbonus. Ex-Vorstand Frank Lamby fordert den Angaben zufolge in seiner Klage die Zahlung von 37.500 Euro "Versorgungsansprüchen".
Funke war im Oktober 2008 zurückgetreten, nachdem die HRE zuvor fast pleite gegangen war. Der neue Aufsichtsrat hatte dem Manager im Dezember wegen angeblich gravierender Fehler nachträglich fristlos gekündigt, ebenso wie dem bis dahin amtierenden Finanzchef Markus Fell.
Die schwer angeschlagene Immobilienbank HRE hält sich nur mit staatlicher Unterstützung und Banken-Hilfen von 102 Milliarden Euro über Wasser. Die Regierung hat bereits ein auf das Institut zugeschnittenes Gesetz zur Verstaatlichung maroder Finanzunternehmen beschlossen.
Wegen der Beinahe-Pleite der HRE ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen alle Ex-Vorstände der Bank, die zwischen November 2007 und September 2008 im Amt waren. Unter anderem geht es um den Verdacht der Marktmanipulation und Untreue. Auch der Aufsichtsrat der Bank leitete Untersuchungen gegen Ex-Vorstandschef Funke und den früheren Vorstand Bo Heide-Ottosen wegen eines möglichen Fehlverhaltens ein.
manager-magazin.de/ddp/AP
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