Hamburg - Das Ultimatum des VW-Konzerns und Niedersachsens richtet sich an Wendelin Wiedeking und den Aufsichtsratschef der Porsche Automobil Holding SE, Wolfgang Porsche. Sie sollen bis Montag signalisieren, ob sie auf das Rettungsangebot eingehen. Diesen Plan haben VW-Chef Martin Winterkorn, VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch ausgearbeitet. Niedersachsen ist der zweitgrößte Anteilseigner bei VW.
Autopatriarch Piëch, Wiedeking, Wulff: VW droht, einen 700-Millionen-Kredit im September zurückzufordern
In einem nächsten Schritt würde das Emirat Katar VW-Aktienoptionen übernehmen, die von der Porsche Holding noch gehalten werden. Zum Schluss müssten die Unternehmen Porsche und VW fusionieren. An diesem vereinten Automobilkonzern könnten die Familien Porsche und Piëch über 40 Prozent der Aktien halten, Niedersachsen 20, Katar rund 15 und ein weiterer Staatsfonds fünf Prozent.
Sollten Wolfgang Porsche und Wiedeking nicht auf das Angebot eingehen, muss Porsche damit rechnen, dass VW im September auf der Rückzahlung eines 700-Millionen- Kredits besteht, den die Wolfsburger Porsche im März gewährten.
Das Emirat Katar würde Porsche dann nicht mehr retten. Vertreter des Emirats haben gegenüber Banken klargemacht, dass sie sich nur dann in einem Porsche-VW-Konzern beteiligen, wenn bei den wesentlichen Eigentümern, dem Land Niedersachsen und den Familien Porsche und Piëch Einigkeit über den künftigen Kurs besteht. Sie fordern deshalb ein gemeinsames Gespräch mit Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëch, Ministerpräsident Wulff und möglicherweise auch VW-Chef Winterkorn.
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