2,5 Prozent Wachstum: US-Verbraucher shoppen gegen die Krise

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Sale Sale Sale: Die US-Amerikaner shoppen das Land aus der Krise

Die Wirtschaft der USA ist im ersten Quartal wieder deutlich gewachsen - mit 2,5 Prozent allerdings weniger als erwartet. Vor allem die Verbraucher stützten die Wirtschaft: Sie plünderten ihre Sparbücher und konsumierten so viel wie lange nicht mehr.

Washington - Wieder einmal sind es die Verbraucher, die das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft anschieben - und dem Rest der Welt Hoffnung geben. Das Bruttoinlandsprodukt der USA stieg im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent, teilte das US-Handelsministerium am Freitag mit. Im Schlussquartal 2012 hatte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent gereicht. Der Haken: Die Regierung setzt ihr striktes Sparprogramm um, so dass das Wachstum schwächer ausfiel als erwartet: Ökonomen hatten mit rund drei Prozent gerechnet.

Die Verbraucher aber erhöhten von Januar bis März ihre Konsumausgaben so stark wie seit Ende 2010 nicht - um 3,2 Prozent. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Einkommen wegen höherer Steuern mit 5,3 Prozent so kräftig fielen wie seit über drei Jahren nicht mehr.

Um ihren Konsum zu finanzieren, griffen die Amerikaner deshalb auf Erspartes zurück. Die Sparquote fiel von 4,7 auf 2,6 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Ende 2007. "Der private Konsum ist eine verlässliche Wachstumsstütze", sagte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Er macht mehr als zwei Drittel des US-Bruttoinlandsproduktes aus.

Auch der Wohnungsbau schob die Wirtschaft an, ebenso die Investitionen der Unternehmen. Dagegen bremste der Außenhandel, weil die Importe stärker wuchsen als die Exporte. Der unter Sparzwang stehende Staat dämpfte ebenfalls die Konjunktur, weil die Regierung in Washington 8,4 Prozent weniger ausgab.

Experten gehen aber davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im laufenden Quartal an Dynamik verlieren wird - weil geringere Ausgaben der Regierung und Steuererhöhungen allmählich ihre negative Wirkung entfalten dürften. Volkswirte rechnen mit einer Wachstumsrate, die näher an 1,0 Prozent liegt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte erst vor wenigen Tagen die Wachstumsprognose für 2013 von 2,1 auf 1,9 Prozent.

Die Prognose wird durch die ebenfalls am Freitag veröffentlichten Daten zum Verbrauchervertrauen bekräftigt: Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich zum Start des zweiten Quartals eingetrübt. Der Index sank im April auf 76,4 von 78,6 Punkten im Vormonat, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Analysten hatten zwar mit einem stärkeren Rückgang gerechnet, es ist aber der geringste Wert seit Januar. Die Verbraucherstimmung gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt.

nck/Reuters/dpa

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insgesamt 20 Beiträge
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1. oh man...
war.ja.klar 26.04.2013
das ist in höchstem maße gewollte volksverdummung... shoppen gegne die krise. das einzige warum menschen ihre sparbücher plündern ist, weil sie angst haben, dass sie für ihr geld bald nichts mehr bekommen. aber das ist ja so gewollt in dieser welt.
2. Mithilfe zur Konsumsteigerung
kiba80 26.04.2013
Was soll mir der Artikel jetzt sagen? Was der Ami kann, kann ich schon lange? Soll ich jetzt mein Erspartes für noch mehr Unsinn ausgeben, als ich eh schon zuhause habe? Zum PC, das Smartphone, das Tablet und das Notebook...am besten jedes Jahr neu? Liebe Mitbürger, die Ihr noch nicht verdummt seid... Bitte geht wählen und klärt die Dummen auf. Information ist die mächtigste Waffe.
3. Ressourcenknappheit? Was ist das?
Gluehweintrinker 26.04.2013
Nur weiter so. Immer schneller. Immer mehr. Und immer öfter. Bis es nicht mehr genug für alle gibt. Eigentlich ist es jetzt schon so weit. Ob der Grund zur Neige gehende Rohstoffe sind (seltene Erden) oder auch die Angst vor kontaminierter Nahrung (Aptamil Babymilch in China) - es gibt längst nicht genügend für alle. Der satte Wohlstandsbürger nimmt es sich dennoch, denn er meint ein Recht auf Konsum zu haben. Besonders Ewiggstrige glauben sogar, dass die "Dritte Welt" von ihrem Kosum profitiere, weil dort Arbeitsplätze entstünden. Und was für welche - erste Sahne: Fabrikgebäude mit Einsturzpotenzial! Immer weiter, Leute - fröhlich mit Vollgas gegen die Wand!
4. Oh my god
tailspin 26.04.2013
Zitat von sysopDie Wirtschaft der USA ist im ersten Quartal wieder deutlich gewachsen - mit 2,5 Prozent allerdings weniger als erwartet. Vor allem die Verbraucher stützten die Wirtschaft: Sie plünderten ihre Sparbücher und konsumierten so viel wie lange nicht mehr. 2,5 Prozent Wachstum: US-Verbraucher entfachen Strohfeuer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/2-5-prozent-wachstum-us-verbraucher-entfachen-strohfeuer-a-896814.html)
Strohfeuer, genau so isses. Mit der Wirtschaft in der Depression, 5 % pa Inflation oder mehr, einem Praesidenten der mit einem mit vollkommener oekonomischer Ahnunglosigkeit verstaerktem Sendungsbewusstsein brilliert: Das bedeutet 1.) Die Leute haben zu wenig Einkommen und MUESSEN ihre Sparkonten und Retirement Ruecklagen pluendern, um zu ueberleben. 2.) Lieber heute kaufen als morgen, heisst auf nachhaltige Inflation setzen, weil die Federal Reserve mit rotgluehenden Heidelberg-Maschinen $$$$$$ druckt. All das hat mit oekonomischer Erholung Null-Komma- Null zu tun.
5. ,.-
torben_mareike_mandy 26.04.2013
Zitat von kiba80Was soll mir der Artikel jetzt sagen? Was der Ami kann, kann ich schon lange? Soll ich jetzt mein Erspartes für noch mehr Unsinn ausgeben, als ich eh schon zuhause habe? Zum PC, das Smartphone, das Tablet und das Notebook...am besten jedes Jahr neu? Liebe Mitbürger, die Ihr noch nicht verdummt seid... Bitte geht wählen und klärt die Dummen auf. Information ist die mächtigste Waffe.
dass die leute das machen, weil sie keine arbeit haben oder zu wenig geld verdienen kommt wohl keinem in den sinn? was daran positiv ist erschließt sich mir nicht. da plündern mio von menschen ihre altersvorsorge und es wird gejubelt ... naja schönes WE allen!
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