3000 Stellen bedroht Bericht über Job-Kahlschlag bei T-Systems

Horrorszenario für die Telekom-Tochter T-Systems: Laut "Financial Times Deutschland" könnten in Deutschland bis zu 3000 Stellen wegfallen. Das Unternehmen selbst spricht von "Spekulation".


Berlin - T-Systems muss schlanker werden - das ist seit langem bekannt. Immer wieder betont das Unternehmen, es müsse seine "Profitabilität steigern" und die "Effizienz erhöhen". Was das konkret bedeutet, blieb bisher unklar. Heute meldet nun die "Financial Times Deutschland", dass bei T-Systems in Deutschland bis zu 3000 Stellen wegfallen könnten.

Telekom-Streik im Mai 2007: Brisante Einzelheiten
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Telekom-Streik im Mai 2007: Brisante Einzelheiten

T-Systems ist die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom Chart zeigen. Der Umsatz beläuft sich auf knapp 13 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 56.000. Seit kurzem hat das Unternehmen einen neuen Chef, Reinhard Clemens, und der stellte sich gestern der Öffentlichkeit vor.

Offiziell behielt Clemens die alte Sprachregelung bei. "Wir werden schlanker und effizienter werden", sagte er, ohne Details zu nennen. Doch möglicherweise ist er bereits dabei, brisante Einzelheiten vorzubereiten. Das berichtet zumindest die "FTD". Demnach will das Unternehmen den Bereich System Integration (SI) in eine "exklusive Partnerschaft" mit dem indischen IT-Dienstleister Tata Consultancy Services einbringen. "Dabei dürften bis zu 3000 der 8000 Stellen in Deutschland wegfallen", schreibt das Blatt.

Auch eine vollständige Trennung von SI schloss Clemens nicht aus. Als Interessenten gelten in diesem Fall aber vor allem westliche Unternehmen - also eher nicht Tata. Ein Sprecher von T-Systems sagte SPIEGEL ONLINE, der Bericht über einen möglichen Stellenabbau sei "Spekulation".

"Wir können das Produkt nur noch schwer verkaufen"

Im Unternehmen heißt es, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Tatsächlich würden zwei Varianten diskutiert: eine Vertriebspartnerschaft und ein Verkauf. Ein Beschluss darüber soll im März fallen. "Vom Bauchgefühl her geht es eher in Richtung Partnerschaft", sagte ein Insider. Ob es tatsächlich dazu kommt, liege aber an Tata.

T-Systems hat seit längerem mit hohen Kosten für die Entwicklung von Software-Lösungen zu kämpfen - zumal Konkurrenten ihre Standorte zum Teil in Billiglohnländer verlagert haben. "Wir können das Produkt System Integration nur noch schwer verkaufen", sagt der Insider.

Eine simple Verlagerung ins Ausland komme aber nicht in Frage. "In Deutschland tut man sich damit schwerer als in den USA." Möglicherweise denkt T-Systems dabei auch an die öffentliche Empörung über die geplante Werksschließung von Nokia in Bochum. Aus diesem Grund plant das Unternehmen offenbar eine "Auslagerung light" zusammen mit dem indischen Partner.

T-Systems-Chef Clemens will den Umsatz bis zum Jahr 2010 um drei Milliarden Euro steigern - den operativen Gewinn sogar um eine Milliarde Euro. Im Geschäftsjahr 2006 kam T-Systems auf einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro und einen Gewinn von knapp 300 Millionen Euro.

wal/dpa-AFX



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