Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

50-Millionen-Vermögen: Ex-BayernLB-Vorstand schwärzte sich selbst an

Wirklich clever war das nicht. Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky hat sich ungewollt selbst bei der Staatsanwaltschaft angeschwärzt: Er beschwerte sich über Journalisten, die sich nach seinem dubiosen Vermögen erkundigt hatten.

Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky: Guter Deal? Zur Großansicht
REUTERS

Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky: Guter Deal?

München - Es müssen die vielen unbequemen Fragen gewesen sein, die Gerhard Gribkowsky erst aus der Fassung - und dann ins Gefängnis gebracht haben. Anders lässt sich die Naivität des ehemaligen BayernLB-Vorstands, wie sie die "Süddeutsche Zeitung" schildert, nicht erklären.

Am Mittwoch war Gribkowsky verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft München wirft dem Ex-Risikovorstand der bayerischen Landesbank Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vor. Das Pikante an der Geschichte: Ausgerechnet Gribkowsky selbst soll den Beamten Hinweise auf seine Vergehen gegeben haben.

Laut "SZ" wollte sich der promovierte Jurist bei der Staatsanwaltschaft darüber beklagen, dass die Zeitung ihn mit unzulässigen Fragen über sein beachtliches Vermögen bedränge. Demnach soll er sich bei Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl empört über Journalisten der Zeitung gezeigt haben. Die "SZ" hatte den Manager seit dem 23. Dezember telefonisch und per Mail befragt, woher er 50 Millionen Dollar habe, die 2006 und 2007 auf Umwegen in seiner österreichischen Stiftung gelandet seien. Doch das interessierte dann auch die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwälte kennen Gribkowsky bereits

Laut "SZ" soll Gribkowsky der Staatsanwältin erklärt haben, er habe mal ein gutes Geschäft bei einer Firmenfusion gemacht. Die Beamtin kennt Gribkowsky schon aus einer früheren Vernehmung, in der es um den Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB ging. Damals soll er gesagt haben, er besitze eine Immobilie und ein Aktiendepot, die hoch belastet seien. Dass in seiner österreichischen "Sonnenschein Privatstiftung" gut 25 Millionen Euro lagen, von denen die "SZ" erfahren hatte, soll er ausgespart haben. Dass er einst sogar 50 Millionen Dollar besaß, auch.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen dem Ex-Manager

Nach ersten Ermittlungen stammen die 50 Millionen aus einem Geschäft mit Anteilen an der Formel 1. Dem zufolge soll Gribkowsky für den Verkauf der BayernLB-Anteile an der Rennserie Zuwendungen erhalten haben - getarnt als Beraterverträge.

Der Manager war von 2002 bis 2008 als Vorstandsmitglied für die Risikosteuerung und Vermeidung von Kreditausfällen zuständig und verkaufte federführend den Anteil der BayernLB an der Formel 1.

Nach Einschätzung aus Justizkreisen könnte Gribkowsky im Laufe des Jahres vor Gericht kommen. Der Ex-Vorstand könne nicht damit rechnen, vor einem Prozess aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Er müsse sich auf eine Gefängnisstrafe zwischen fünf und zehn Jahren gefasst machen.

yes

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 120 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Griechische Verkehrsrowdys sind auch so dumm
gsm900, 07.01.2011
Zitat von sysopWirklich clever war das nicht. Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky hat sich ungewollt selbst bei der Staatsanwaltschaft angeschwärzt: Er beschwerte sich über Journalisten, die sich nach seinem dubiosen Vermögen erkundigt hatten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,738266,00.html
Halten sich sich an Halteverbote, lassen den Motor laufen, aber rufen sofort die Polizei, wenn man das fotografiert. Die wollte an soviel Dummheit gar nicht glauben.
2. Er ist Jurist,...
Der Horizont, 07.01.2011
Er ist Jurist und auch ansonsten von minderer Begabung! Ich habe vor Lachen fast meinen Kaffee in den Laptop gekippt beim Lesen des Arikels in der SZ. Dort steht sinngemäß, die Staatsanwältin hätte dem Herrn Dr. jur. erst einmal den Unterschied zwischen Stalking und Recherche erklärt.... Erstens der herr ist ein Betrüger und gierig. Zweitens er ist anscheinend nicht sehr helle, macht be der StA aktenkundige Auskünfte über sein Vermögen, lügt hier und dann parkt er das Schmiergeld noch so dämlich, die österreichischen Behörden hatten ja schon gegen ihn wegen dieses Geldes wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.... So einer hatte einen Führungsposten inne, mein Gott!!
3. tja..
stevie76 07.01.2011
irgendwie blöd gelaufen... btw: gibts eigentlich berufsgruppen in denen es weniger doppelnamenträgerinnen gibt als unter juristinnen? ich vermute nein..
4. Jetzt
worm80 07.01.2011
sind die Krisen der Landesbanken nicht mehr verwunderlich. Wenn die alle solche Blödmänner in ihren Vorständen haben. Es ist nicht zu fassen! Gott sei Dank bewahrheitet sich hier der Spruch: Dümmer als die Polizei erlaubt...
5. Realitätsverlust
Uhlenspeigel, 07.01.2011
Totaker Realitätsverlust. Anders lässt sich das nicht erklären. Könnte man fast Mitleid haben. Aber nur fast. Gut zu wissen, dass eine Staatsanwaltschaft sich von solchen hohen Herrschaften nicht beeindrucken lässt. Wirklich beruhigend, dass das Rechtssystem funktioniert hat.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die Landesbanken in der Übersicht
BayernLB
Die BayernLB gehört über die BayernLB Holding AG zu rund 94 Prozent dem Freistaat Bayern und zu rund sechs Prozent dem Sparkassenverband Bayern. mehr auf der Themenseite...
Bremer Landesbank
Die Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg Girozentrale gehört zu 92,5 Prozent der Nord/LB. Das Land Bremen hält einen Anteil von 7,5 Prozent. mehr auf der Themenseite...
HSH Nordbank
Die HSH Nordbank ist aus der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein hervorgegangen. Als einzige Landesbank hat sie einen privaten Anteilseigner: Der US-Investor JC Flowers hält 9,2 Prozent der stimmberechtigten Anteile. Die Hansestadt Hamburg hält 10,9 Prozent, 15 Prozent gehören dem Land Schleswig-Holstein und den Sparkassen des Landes. Der Hauptanteil von 64,2 Prozent wird vom HSH Finanzfonds, einer gemeinsamen Anstalt der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, gehalten.mehr auf der Themenseite...
Landesbank Baden-Württemberg
Die LBBW ist die größte deutsche Landesbank und gehört zu jeweils 35,6 Prozent dem Land Baden-Württemberg und den Sparkassen des Landes. Die Stadt Stuttgart hält 18,9 Prozent, die rheinland-pfälzischen Sparkassen und die Landeskreditbank Baden-Württemberg halten je 4,9 Prozent. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Berlin
Die LBB gehört seit 2007 zu 98,6 Prozent dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband und damit allen deutschen Sparkassen. Die restlichen 1,4 Prozent sind Streubesitz. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Hessen-Thüringen
Die Helaba, offiziell Landesbank Hessen-Thüringen, gehört zu 85 Prozent dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen. Das Land Thüringen ist mit fünf Prozent beteiligt, Hessen mit zehn Prozent. mehr auf der Themenseite...
Norddeutsche Landesbank
Die Nord/LB gehört zu 41,8 Prozent dem Land Niedersachsen. Die niedersächsischen Sparkassen halten 37,3 Prozent, überdies sind die Sparkassen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beteiligt. mehr auf der Themenseite...
Landesbank Saar
Noch gehört die SaarLB zu 75,1 Prozent der BayernLB. Weitere Anteilseigner sind der Sparkassenverband Saar und das Bundesland Saarland. Doch die BayernLB will sich in den kommenden Jahren schrittweise vollständig von dem Institut trennen. mehr auf Wikipedia...
WestLB
Die beiden nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände, Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (RSGV) sowie Westfälisch-Lippischer Sparkassen- und Giroverband (WLSGV), halten je über 25 Prozent der Anteile, das Land Nordrhein-Westfalen hält 17,4 Prozent, die NRW-Bank 31,1 Prozent. Eigentümer der NRW-Bank sind das Land Nordrhein-Westfalen mit 98,6 Prozent sowie die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit jeweils 0,7 Prozent. mehr auf der Themenseite...


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: