Abgasaffäre Scheuer droht Daimler mit Milliardenstrafe

Wie teuer wird die Dieselaffäre für Daimler? Verkehrsminister Scheuer könnte dem Konzern nach SPIEGEL-Informationen wegen eines unzulässigen Abgasreinigungssystems 5000 Euro Strafe pro Wagen berechnen.

Mercedes Vito
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Stimmenfang #53: Dieselfahrverbote: Die Politik in der Falle der Autoindustrie

Der Druck der Bundesregierung auf Daimler wird immer größer. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat dem Autokonzern ein Ordnungsgeld von 3,75 Milliarden Euro angedroht. Beim Treffen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche am vergangenen Montag äußerte Scheuer den Verdacht, dass in 750.000 Mercedes-Fahrzeugen ein unzulässiges Abgasreinigungssystem eingebaut sei. Pro Fahrzeug könne er bis zu 5000 Euro berechnen.

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Das dem Verkehrsministerium unterstellte Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte am 23. Mai einen amtlichen Rückruf von 4900 Mercedes-Transportern des Typs Vito angeordnet. Darin habe man "unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt". Daimler bestreitet das. Nun wird untersucht, in wie vielen Daimler-Fahrzeugen die Technik sonst noch verbaut ist.

Nach SPIEGEL-Informationen sind die Untersuchungen an Diesel-Modellen der C-Klasse weit fortgeschritten, die Indizien aus Sicht der Verkehrsbehörden erdrückend. Noch innerhalb der zweiwöchigen Frist bis zum nächsten Treffen Zetsches mit Verkehrsminister Scheuer sollen deshalb Daimler-Vertreter zur Anhörung ins KBA nach Flensburg geladen werden. Dabei geht es um mindestens 80.000 Autos, denen ebenfalls ein Rückruf droht.

Daimler sagt dazu auf Nachfrage, man habe "über die Inhalte des Gesprächs mit Minister Scheuer Vertraulichkeit vereinbart" und werde sich nicht äußern. Lesen Sie hier die ausführliche Geschichte aus dem SPIEGEL.

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insgesamt 96 Beiträge
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maxi_stulz 01.06.2018
1. Das glaube ich erst, wenn es passiert ist
Zu sehr ist die CDU/CSU mit der Autolobby verwoben. Außerdem dürfte dann Mutti eingreifen. VW mußte auch nichts bezahlen.
-su- 01.06.2018
2.
Da merkt man, aus welcher Region dieser Mann kommt. Bei Audi und BMW, tritt diese Type nicht so forsch auf. Die kommen ja aus Bayern und nur für Bayern fühlt sich ein CSU-Mann verantwortlich. Hier geht es um Ablenkung und Schwächung eines Konkurrenten bayerischer Autobauer.
ympertrymon 01.06.2018
3. Nur ein paar kleine Nachfragen ...
... warum wird, wenn ein Konzern den Staat (also in erster Linie die Bürger) betrügt, gegenüber den Bürgern Stillschweigen vereinbart? Könnten uns Teile der Antworten etwa beunruhigen? Wieso wurde diese Strafe gegenüber VW nie angedroht? Liegt das daran, dass das Land Niedersachsen (also der Staat) Anteilseigner ist? Ist es womöglich naiv, solche Fragen zu stellen?
qmsysteme 01.06.2018
4. Wenn dann......
Es ist sicher wie sooft reine Spiegelfechterei. Denn wenn dann. Dann müßte Herr Scheuer außer bei VW auch bei BMW zuschlagen. Ich hoffe es ist nicht symptomatisch das dieser Artikel beim Spiegel erscheint.
zylinderkopf 01.06.2018
5.
Und das ganze wegen dem Renault Motor. Das kommt davon, wenn man billig einkauft anstatt selbst zu entwickeln. Jetzt wird's teuer.
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