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Absatzboom: Russland überholt Deutschland als Automarkt

Trotz Finanzkrise und hoher Spritpreise: Noch in diesem Jahr wird Russland einer neuen Studie zufolge Deutschland als größter Automarkt in Europa überholen. Doch gerade deutsche Hersteller profitieren von dem Boom.

Moskau - Überrascht sind die Experten von der Geschwindigkeit, mit der Russland aufholt: Gemessen an den Absatzzahlen werde Russland das Ziel damit drei Jahre früher erreichen als prognostiziert, heißt es in einer von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers veröffentlichten Studie. "Russland hat einen langen Weg hinter sich und bewegt sich sehr schnell", sagte der Autor Stanley Root.

VW-Produktion bei Moskau: Beste Aussichten für westliche Konzerne
REUTERS

VW-Produktion bei Moskau: Beste Aussichten für westliche Konzerne

"Wenn der derzeitige Markttrend im zweiten Halbjahr anhält, könnten die Automobilverkäufe in Russland höher ausfallen als in Deutschland und 3,6 bis 3,8 Millionen erreichen", heißt es in der Studie.

Im ersten Halbjahr 2008 wurden in Russland 1,645 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Das entspricht einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Deutschland belief sich der Absatz im ersten Halbjahr 2008 auf 1,63 Millionen Pkw.

Der russische Automarkt wachse weiterhin im Gleichschritt mit der starken wirtschaftlichen Entwicklung des Landes - im Gegensatz zu dem trüben Ausblick in vielen westlichen Staaten, lautete das Fazit der Studie.

Schon 2007 hatte Russland mit 2,3 Millionen neu zugelassenen Autos den Automarkt Frankreich hinter sich gelassen - im Jahr davor waren es erst 1,7 Millionen Autos gewesen. Aber auch Polen (plus 25,5 Prozent), Serbien (plus 10,6 Prozent) und die Tschechische Republik (plus 7,3 Prozent) punkten mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Offenbar reifen in den zentraleuropäischen Staaten sowie in Russland neue, absatzfreudige Märkte heran, die das Neuwagengeschäft der Automobilkonzerne in Schwung halten können.

Während die Hersteller von billigen Kleinwagen überall im Land Erfolg haben, machen in Moskau die Luxushersteller den großen Reibach. Modelle von Ferrari, Rolls-Royce, Porsche Chart zeigen oder BMW Chart zeigen beherrschen das Straßenbild. Am besten verkaufen sich jedoch große Limousinen und Geländewagen von Mercedes Chart zeigen.

Gleichwohl bleiben die Wachstumsmöglichkeiten in absoluten Zahlen gemessen noch hinter denen in Asien zurück. In sieben Jahren werde Asien der Kontinent mit der höchsten Autonachfrage sein, vor allem durch China, schätzen die Experten des Marktforschers Polk Marketing Systems. Von 2000 an gerechnet bis 2020 werde der Autoabsatz in China um 740 Prozent steigen. Russlands Automarkt werde dagegen "nur" um 235 Prozent zulegen - im gleichen Zeitraum wachsen die westeuropäischen Märkte nur um acht Prozent.

mik/Reuters

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