Absatzkrise Deutscher Kfz-Markt bricht drastisch ein

Die Situation für die deutschen Fahrzeughersteller wird immer dramatischer: Die Autoverkäufe sind im November um mehr als 17 Prozent zurückgegangen. Für 2008 erwartet der Auto-Verband VDIK so wenige Zulassungen wie zuletzt 1990.


Bad Homburg - Die Talfahrt geht weiter: Um satte 17,6 Prozent ist die Zahl der neu zugelassenen Autos im Vergleich zum Vormonat eingebrochen. Im November 2008 wurden nur 233.800 Fahrzeuge neu angemeldet, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag in Bad Homburg mit. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der Verband das "schlechteste Zulassungsergebnis nach der Wiedervereinigung", sagte der VDIK-Präsident Volker Lange.

Autohändler: Kaufzurückhaltung trotz Rabatt
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Autohändler: Kaufzurückhaltung trotz Rabatt

In den ersten elf Monaten schrumpfte der Pkw-Markt mit rund 2,864 Millionen Neuzulassungen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits im Oktober waren 8,2 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat verkauft worden. Bereinigt um die geringere Zahl der Arbeitstage beträgt das Minus im November zehn Prozent, was dem Rückgang in den beiden Vormonaten entspricht.

Durch den abermaligen Einbruch im November sank die Zahl der Neuzulassungen nach VDIK-Angaben von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf rund 2,9 Millionen. Wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kunden und der Unklarheit über die neue Kfz-Steuer rechnet der Verband, der die Importeure in Deutschland vertritt, nicht länger damit, dass deutschlandweit bis Jahresende 3,2 Millionen Fahrzeuge verkauft werden. "Die krisenhafte Entwicklung hat sich, wie zu erwarten war, weiter verstärkt, sagte Lange.

Der seit langem währende Trend zu den sparsameren Dieselmotoren hat sich in diesem Jahr umgekehrt. Während "Benziner" rund fünf Prozent mehr Kunden fanden, brach der Absatz von Dieselfahrzeugen um neun Prozent ein. Autos mit alternativen Antrieben wie etwa Flüssiggas fanden ein Drittel mehr Käufer - insgesamt 29.000.

cvk/AP/Reuters/dpa



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