Abschwung im Silicon Valley: Google und Co. ordnen Zwangsurlaub an

Erst war es nur die Fertigungsindustrie, jetzt trifft es auch die Technologiebranche: Wegen des weltweiten Wirtschaftsabschwungs müssen nun auch IT-Schwergewichte wie HP, Cisco und Google reagieren - und ihre Mitarbeiter unfreiwillig in den Urlaub schicken.

San Francisco - Mal nennen sie es "Betriebsferien", mal heißt es "vorübergehende Werksschließung": Nach der Fertigungsindustrie zieht jetzt auch die IT-Branche in den USA die Konsequenzen aus dem weltweiten Wirtschaftsabschwung. Im kalifornischen Silicon Valley ordneten zahlreiche Konzerne nach Informationen der "Financial Times" Betriebsferien und vorübergehende Werksschließungen an.

Das Silicon Valley von oben: IT-Branche bekommt Finanzkrise zu spüren
Corbis

Das Silicon Valley von oben: IT-Branche bekommt Finanzkrise zu spüren

Schwergewichte wie Hewlett-Packard Chart zeigen, Cisco Chart zeigen, Advanced Micro Devices (AMD Chart zeigen), Texas Instruments Chart zeigen, Dell Chart zeigen, Adobe Chart zeigen und CSC machten über Weihnachten und Neujahr ganze Büroetagen und Forschungsabteilungen dicht. Die Produktionspause dauere bei einigen Firmen bis zum 5. Januar. Nur Mitarbeiter mit wichtigen Aufgaben im Kundenservice blieben im Dienst, zitierte die Zeitung einen HP-Sprecher. Viele Mitarbeiter müssen laut "Financial Times Deutschland" unbezahlten Zwangsurlaub nehmen. Mit dem Schritt wollen die Unternehmen Lagerbestände abbauen.

Bei Texas Instruments etwa ist die Produktion laut dem Bericht derzeit nur zu 45 Prozent ausgelastet. Selbst Branchenprimus Google Chart zeigen habe Zwangsurlaub ausgerufen - zunächst allerdings nur beim Kantinenpersonal.

Krise nicht unerwartet

Die Arbeitsunterbrechungen kommen nicht ganz unerwartet: Tatsächlich hatte Google bereits Ende November angekündigt, künftig weniger neue Stellen zu schaffen und einen großen Teil seiner freien Mitarbeiter zu kündigen. Etwa ein Drittel der 30.000 Angestellten arbeiten frei, wie viele davon gehen müssen, ließ der Konzern allerdings offen. Mit dem Personalabbau reagierte der Konzern auf die Wirtschaftsflaute, die er vor allem durch das Geschäft mit der Werbung im Internet zu spüren bekommt. Mit Reklame erzielt das Unternehmen den größten Teil seines Umsatzes.

Google-Rivalen wie Yahoo Chart zeigen hatten bereits im Oktober Stellenstreichungen bekanntgegeben. Bis Ende des Jahres will Yahoo sich von mindestens zehn Prozent seiner Mitarbeiter auf der ganzen Welt trennen. Das entspricht rund 1500 Beschäftigten. Auch Yahoo bekommt die Werbeflaute im Internet zu spüren. Finanzchefin Sue Decker sagte im Oktober, der amerikanische Heimatmarkt habe sich etwas schwächer entwickelt als erwartet. Einen noch dramatischeren Abschwung habe Yahoo allerdings auf Auslandsmärkten erlebt. Decker hob dabei vor allem Europa und Asien hervor. Hier hätten sich Kunden auf breiter Front zurückgehalten, Werbung auf den Seiten von Yahoo zu schalten.

sam/dpa-AFX

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