Abschwungsignal US-Verbraucher verlieren die Zuversicht

Es war der stärkste Einbruch, seitdem 2005 der Hurrikan Katrina über die Südstaaten der USA fegte: Das Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im August deutlich gefallen. Die New Yorker Börse quittiert das mit Kursverlusten.


Washington – Schon seit Monaten deuten Frühindikatoren darauf hin, dass sich die US-Konjunktur abkühlt. Die Häuserpreise steigen nicht mehr, das Wachstum hat sich bereits verlangsamt. Die Notenbank Federal Reserve hat ihre Politik der beharrlichen Zinserhöhungen zuletzt angehalten.

Nun verschlechtert sich auch das Konsumklima deutlich: Der Index des Verbrauchervertrauens fiel auf 99,6 von 107 Punkten im Juli, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit November 2005.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 103 Punkte gerechnet. "Die Konsumenten sehen den kurzfristigen Ausblick zunehmend pessimistisch", erklärte das Institut. Am Aktienmarkt sorgte die trübe Stimmung für Kursverluste.

Weiche oder harte Landung?

Über das zumindest vorübergehende Ende der Zinserhöhungen konnten sich die US-Verbraucher nicht recht freuen – laut Conference Board wirkten sich die Furcht vor einer steigenden Arbeitslosenquote und einer Abkühlung der Konjunktur stärker aus. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Analysten zeigten sich trotz der Stimmungsverschlechterung überzeugt, dass der US-Wirtschaft keine "harte Landung" bevorsteht, sondern eine allmähliche Verlangsamung.

Einige Experten äußerten zudem die Hoffnung, dass sich Benzin wegen des Preisrückgangs am Weltmarkt bald wieder verbilligen könnte, was die Amerikaner wieder optimistischer stimmen dürfte. "Benzinpreise haben einen starken Einfluss auf das Verbrauchervertrauen", erläuterte Mike Cloherty von der Banc of America. Gina Martin von Wachovia vermutete, dass auch die Nöte der großen US-Autohersteller zur Stimmungseintrübung beigetragen haben.

itz/Reuters



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