New York - Der US-Versicherungskonzern AIG will offenbar 450 Millionen Dollar Boni an rund 400 Mitarbeiter aus seiner New Yorker Finanzabteilung zahlen. Das berichtet der US-Nachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf zwei Insider. Die dort ansässigen Manager hatten den Konzern mit riskanten Geschäften, sogenannten Credit Default Swaps (mehr bei SPIEGEL Wissen...), an den Rande des Zusammenbruchs gebracht.

AIG-Logo: Satte Boni für Risikomanager?
Eine Konzernsprecherin wollte den Dollarbetrag nicht bestätigen. Sie erklärte aber, es gebe ein Programm, das dabei helfen soll, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, die "die komplexen Themen" regelten, die AIG jetzt abwickele. Laut Bloomberg soll sich die Gesamtsumme dieses Programms auf über eine Milliarde Dollar belaufen.
Es wäre nicht das erste Mal, dass AIG nach ihrem Fast-Zusammenbruch durch Vergünstigungen für eigene Mitarbeiter für Negativ-Schlagzeilen sorgte. Nur wenige Tage nach der ersten Rettungsaktion vom 16. September spendierte AIG Mitarbeitern einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusferiendomizil. Auf der Rechnung in Höhe von insgesamt 440.000 Dollar standen unter anderem Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs.
Die meisten Vorstandschefs von Unternehmen, die staatliche Hilfe erhielten, haben auf ihre Boni für 2008 verzichtet und auch die Prämien für andere Beschäftigte zusammengestrichen. Der neue AIG-Chef Edward Liddy hat zugestimmt, dass er 2008 und 2009 jeweils nur einen Dollar an Gehalt erhält.
ssu/AP
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