Airline-Fusion US Airways will insolvente Delta kaufen

In der US-Luftfahrtbranche zeichnet sich ein milliardenschwerer Zusammenschluss ab: US Airways will den krisengeplagten Konkurrenten Delta für acht Milliarden Dollar übernehmen - dadurch würde eine der weltgrößten Fluggesellschaft entstehen.


New York - US Airways will sich mit dem insolventen Konkurrenten Delta Air Lines Chart zeigen zu einer der weltgrößten Fluggesellschaften zusammenschließen. Das US-Unternehmen präsentierte heute einen Übernahmevorschlag für den unter Gläubigerschutz stehenden Wettbewerber im Volumen von acht Milliarden Dollar. Dem Lufthansa Chart zeigen-Partner US Airways zufolge entsteht durch die Fusion eine neue Nummer eins bei Transatlantik-Flügen. Besiegelt werden soll der Zusammenschluss, sobald Delta nicht mehr unter Gläubigerschutz stehe. Die Aktien von US Airways reagierten vorbörslich mit einem Aufschlag von gut zwei Prozent auf die Delta-Offerte.

Delta-Flieger: Vier Milliarden Dollar in bar
AFP

Delta-Flieger: Vier Milliarden Dollar in bar

Wie US-Airways mitteilte, sollen die Kreditgeber von Delta vier Milliarden Dollar in bar und Aktien im Gesamtwert von ebenfalls rund vier Milliarden Dollar erhalten. Der Chef von US Airways, Doug Parker, sagte, die Gläubiger von Delta hätten sich bislang noch nicht zu dem Angebot geäußert. "Wir müssen uns nun zunächst alle gemeinsam die Bücher anschauen." Er kündigte an, auch das fusionierte Unternehmen führen zu wollen. Über den Sitz des Konzerns, der unter der weltweit bekannteren Marke Delta fliegen soll, gebe es noch keine Entscheidung. US Airways zufolge sind jährliche Synergien von 1,65 Milliarden Dollar zu erwarten. Vor einer Übernahme müssen aber noch zahlreiche Gremien und Behörden grünes Licht geben.

In US-Luftfahrtbranche geht es wieder aufwärts

Ein für die Branche interessanter Aspekt der vorgeschlagenen Fusion ist die Tatsache, dass US Airways als siebtgrößte US-Fluglinie dem von Lufthansa geführten Bündnis "Star Alliance" angehört. Delta ist dagegen eines der größten Mitglieder der Konkurrenz-Allianz "SkyTeam" um AirFrance KLM.

In der US-Luftfahrtbranche geht es nach einigen harten Jahren widriger Wettbewerbsbedingungen in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 wieder aufwärts. Vielen Fluggesellschaften gelang es dabei, die Kosten zu drücken und zugleich höhere Kerosinkosten durch Preiserhöhungen im Ticketverkauf abzufedern. Viele Firmen wie Delta oder auch US-Branchenprimus American Airlines schrieben im abgelaufenen Quartal wieder schwarze Zahlen. US Airways verbuchte dagegen netto weiter einen Quartalsverlust.

Delta steht nach vielen Krisenjahren seit September 2005 unter Gläubigerschutz. Seither hat der Konzern Kosten gesenkt und seine Flotte auf Vordermann gebracht. Nach US-Insolvenzrecht kann sich ein Unternehmen unter dem Schutz vor seinen Gläubigern neu organisieren, die Schulden abbauen und dann normal weiter operieren.

tim/Reuters



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