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Aktienmärkte: US-Hypothekenkrise lässt Europas Börsen wackeln

Die Schieflage des US-Hypothekenfinanzierers American Home Mortage hat die Anleger in Europa verschreckt: In Scharen zogen sie sich von den Aktienmärkten zurück, die Kurse stürzten ab. Gegen Mittag erholten sie sich jedoch leicht.

Frankfurt - Am Vormittag hatten die großen Indizes ihre Gewinne vom Vortag abgegeben - als noch Zuversicht die Stimmung an der Börse geprägt hatte. Der Stoxx50 für die 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen verlor bis zum Mittag 2,4 Prozent auf 3703 Punkte. Der Euro-Stoxx50 für die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone brach sogar um fast drei Prozent auf 4190 Zähler ein. Der Dax fiel kurzzeitig unter die Marke von 7400 Punkten, konnte sich später aber erholen. Der Leitindex notierte am Mittag bei 7508 Punkten, ein Prozent schwächer als gestern.

"American Home Mortgage steht kurz vor der Pleite. Das löst Panik aus", sagte ein Händler in Frankfurt. Positive Faktoren - wie die brummende Weltwirtschaft und die hohe Rentabilität der Unternehmen - gerieten angesichts dieser Unsicherheiten ins Hintertreffen, erklärte ein Analyst in London. Viele Anleger mieden nun jedes Risiko. "Risikoaversion ist das schlimmste, was dem Aktienmarkt passieren kann", sagte NordLB-Analyst Tobias Basse.

Der US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage Investment hatte mitgeteilt, keine Kredite zur Finanzierung seines Hypothekengeschäfts mehr zu bekommen. Die Aktien des Unternehmens stürzten an der Wall Street um 90 Prozent auf 1,04 Dollar ab. Analysten schließen einen Bankrott des Unternehmens, das zu den großen Hypothekenanbietern des Landes zählt, nicht aus. Dabei sorgt besonders die Tatsache für Verunsicherung, dass American Home - anders als einige der bisher von der Krise betroffenen Immobiliengesellschaften - gar nicht im Geschäft mit Ramschhypotheken engagiert ist.

Positiv ausgefallene Geschäftszahlen vieler Unternehmen konnten die Stimmung an den Aktienmärkten nicht drehen. Für Firmen, die Erwartungen von Analysten nicht erfüllten, sah es besonders düster aus. So verloren in Frankfurt die Aktien von Henkel rund fünf Prozent. Auch BMW Chart zeigen-Papiere verbilligten sich um fünf Prozent.

In London stürzten die Aktien des weltgrößten Süßwarenkonzerns Cadbury Schweppes Chart zeigen um sieben Prozent ab. Der Konzern hatte für das erste Halbjahr angesichts steigender Milchpreise eine gesunkene Rentabilität bekannt gegeben. Der Rückgang der Rohstoffpreise belastete hingegen die Kurse der großen Bergbaugesellschaften. Die Aktien von BHP Billiton Chart zeigen, Antofagasta und Rio Tinto Chart zeigen verloren jeweils mehr als vier Prozent.

In Paris war der Titel von Sanofi-Aventis Chart zeigen das Schlusslicht im Landesindex - aber auch im EuroStoxx50. Der Pharmakonzern hatte angesichts des starken Euro und der Konkurrenz durch Hersteller von Nachahmermedikamenten einen unerwartet deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Die Aktien fielen um über vier Prozent.

sam/Reuters

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