Allianz: Glänzendes Geschäft im ersten Halbjahr

Der Allianz geht es glänzend: In der ersten Hälfte des Jahres hat sie ihren Gewinn um fast 50 Prozent gesteigert, für das Gesamtjahr erwartet sie ein operatives Ergebnis von über neun Milliarden Euro. Die Zahlen dürften die Diskussion um den massiven Jobabbau bei dem Versicherer neu befeuern.

München - Die Allianz Chart zeigen hat in der ersten Hälfte dieses Jahres ein ziemlich gutes Geschäft gemacht: Wie der Münchener Versicherungskonzern in seinem Zwischenbericht mitteilte, stieg der Halbjahresüberschuss um 49,5 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 29,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Der Umsatz wuchs um 3,4 Prozent auf 53,7 Milliarden Euro.

Protest gegen Stellenabbau (Juli 2006): Rendite der Dresdner Bank schon jetzt über 13-Prozent-Marke
DPA

Protest gegen Stellenabbau (Juli 2006): Rendite der Dresdner Bank schon jetzt über 13-Prozent-Marke

Wie es im Einzelnen hieß, stieg der Gewinn in der Schaden- und Unfallversicherung um 27,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung erhöhte sich der Überschuss um 17,1 Prozent auf 862 Millionen Euro.

Die Dresdner Bank übertraf die Rendite-Vorgaben von zwölf Prozent für 2008 schon jetzt bei weitem. Der Gewinn der Tochter stieg um 4,8 Prozent auf 856 Millionen Euro. Damit erzielte sie eine Eigenkapitalrendite von 13,6 Prozent. Trotzdem wurde im Zwischenbericht der Bank die Rendite wie auch die Kostensituation als nicht zufriedenstellend im Vergleich zu Wettbewerbern bezeichnet.

Darüber hinaus warnte das Geldhaus davor, die im Halbjahr erreichten Ergebnisse auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Die Bank habe zum einen in den ersten Monaten des Jahres von dem guten Marktumfeld profitiert, hieß es. Zum anderen würden im zweiten Halbjahr voraussichtlich die Restrukturierungslasten für den geplanten Jobabbau verbucht. Bislang wurden die Umbaukosten mit rund 400 Millionen Euro veranschlagt.

Dresdner Bank schließt Kündigungen nicht aus

Die Zahlen zum zweiten Quartal hatte die Allianz bereits Anfang des Monats veröffentlicht. Danach nahm der Gewinn von April bis Juni stärker als erwartet von rund 1,4 Milliarden auf knapp 2,3 Milliarden Euro zu. Im Ergebnis sind Restrukturierungskosten in Höhe von 512 Millionen Euro für den Umbau des deutschen Versicherungsgeschäfts enthalten. Allein mit dem Verkauf der 11,4-prozentigen Schering Chart zeigen-Beteiligung an Bayer Chart zeigen verdiente der Konzern gut 800 Millionen Euro.

Wegen des erfolgreichen Geschäftsverlaufs hatte der Konzern bereits in der vergangenen Woche seine Ziele für das Gesamtjahr angehoben. Nunmehr geht der Konzern von einem operativen Ergebnis von über neun Milliarden Euro und einem Jahresüberschuss zwischen 5,5 Milliarden und sechs Milliarden Euro aus.

Die sehr guten Zahlen und optimistischen Zukunftsprognosen dürften neuen Zündstoff für die Diskussionen um den Umbau des Versicherungskonzerns geben, dem insgesamt rund 7500 Stellen zum Opfer fallen sollen - darunter 2500 bei der Dresdner Bank. Wegen dieser Sanierungspläne sieht sich der Konzern massiver Kritik aus der Belegschaft, der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di sowie der Politik ausgesetzt.

Aus der Umstrukturierung erwartet allein die Dresdner Bank 2008 Synergieeffekte von insgesamt 600 Millionen Euro. 350 Millionen aus Erträgen und 250 Millionen Euro aus Kosten. Das Geldinstitut erklärte in diesem Zusammenhang, sie könne im Rahmen der Konzernsanierung betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. "Wir versuchen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Kategorisch kann ich dies zum heutigen Zeitpunkt nicht ausschließen", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Walter. Seit dem Erwerb der Bank durch die Allianz AG 2001 waren bereits rund 17.000 Stellen weggefallen.

ase/Dow Jones/ddp/reuters

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