AMB Generali Versicherungskonzern streicht 1000 Stellen

Die Ertragslage beim drittgrößten deutschen Versicherer AMB Generali ist gut: Gerade erst hat das Unternehmen seinen Gewinn um zehn Prozent gesteigert. Trotzdem sollen nun 1000 Stellen wegfallen - wegen der "schnelllebigen Zeiten".


Bergisch Gladbach - Die Arbeitsplätze sollen bis Ende 2008 gestrichen werden. Auch Kündigungen schloss Vorstandschef Walter Thießen nicht aus: "In dieser immer schnelllebigeren Zeit können Sie sich nicht unternehmerische Fesseln anlegen", sagte er. Schon im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mitarbeiter im Innen- und Außendienst gesunken - um 5,4 Prozent auf 17.600.

AMB-Generali-Chef Thießen: "Mitarbeiter müssen sich daran gewöhnen, dass sich ihre Arbeitsplätze verlagern können"
DPA

AMB-Generali-Chef Thießen: "Mitarbeiter müssen sich daran gewöhnen, dass sich ihre Arbeitsplätze verlagern können"

Das zum italienischen Generali-Konzern gehörende Unternehmen erzielte 2006 einen Gewinn vor steuerlichen Sondereffekten von 346 Millionen Euro, zehn Prozent mehr als 2005. Die eingezahlten Beiträge der Versicherten erhöhten sich um 4,6 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist damit nach eigenen Angaben doppelt so stark gewachsen wie der Markt. "Für 2007 streben wir einen Konzerngewinn von mindestens 380 Millionen Euro an", sagte Thießen.

Einer der Gründe für die gute Entwicklung sei die Riester-Rente: 2006 verkaufte AMB Generali Chart zeigen mehr als 350.000 der staatlich geförderten Altersversicherungen. "Wir sind Nummer eins bei der Riester-Rente", sagte Thießen. Die Dividende für die Aktionäre soll nun von 2,05 auf 2,30 Euro erhöht werden.

Die Konzernspitze werde wie geplant von Aachen nach Köln umziehen, voraussichtlich im Sommer 2008. "Mitarbeiter im Konzern müssen sich daran gewöhnen, dass sich ihre Arbeitsplätze auch verlagern können", sagte Thießen. Zur AMB Generali gehören unter anderem die AachenMünchener, die Central Krankenversicherung, Advocard, Volksfürsorge und CosmosDirekt.

Thießen berichtete, dass ein gegen ihn laufendes Ermittlungsverfahren eingestellt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hatte gegen ihn wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt und dabei auch seine Privatwohnung durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft bestand der Verdacht, dass eine Wuppertaler Computerfirma die Unternehmensspitze bestochen habe, um Aufträge einzuheimsen.

wal/dpa-AFX



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.