Analysten-Veranstaltung Deutsche Bank bestellte Rolling Stones für Privatkonzert

Schicke Party, exklusive Unterhaltung: Zum Amüsement von 600 Managern und Analysten hat die Deutsche Bank die Rolling Stones engagiert - für vier Millionen Euro unterbrachen die Herren ihre Welttournee, berichten mehrere spanische Zeitungen.


Hamburg – Wenn die Altherren des Rock aufspielen, gehört düstere Atmosphäre dazu. So wurde im pompösen sogenannten Ovalen Saal des Nationalen Kunstmuseums Kataloniens für die Stones ein entsprechendes Bühnenbild geschaffen: Eine Art schwarzer Riesenbilderrahmen und schwarze Vorhänge seien schon am Vortag in Barcelona aufgebaut worden, berichten mehrere spanische Zeitungen.

Stones-Konzert in Montenegro: Exklusiver Zusatztermin in Spanien
AP

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Dazwischen rockten die vier legendären Musiker dann gestern Abend für einen sehr exklusiven Kreis: Rund 600 Analysten und Banker etwa von Morgan Stanley Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen und JP Morgan waren den Berichten zufolge geladen, allesamt Geschäftspartner der Deutschen Bank Chart zeigen. Rund vier Millionen Euro habe der Konzern den Stones bezahlt, damit sie ihre Welttournee "A Bigger Bang" für den Trip nach Barcelona unterbrechen.

Auch Rod Stewart und Kylie Minogue spielten schon auf

Die Deutsche Bank will weder bestätigen noch dementieren, dass die Stones auf der Kundenveranstaltung in Barcelona gespielt haben. Schon gar nicht werde man irgendwelche Summen bestätigen, die in den Medien kolportiert wurden, sagte eine Sprecherin zu SPIEGEL ONLINE.

In Branchenkreisen wurde darauf verwiesen, dass solche Kundenveranstaltungen für den Konzernbereich Corporate and Investment Banking (CIB) der Bank jedes Jahr stattfinden. Das ganze sei als eine Art Werbung zu sehen: Der Privatkundenbereich der Deutschen Bank leiste die gleiche Arbeit via Anzeige oder Fernsehspot. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass der CIB-Bereich im vergangenen Jahr bereinigte Erträge von knapp über 18 Milliarden Euro eingefahren habe und im ersten Quartal 2007 sogar schon 6,7 Milliarden Euro.

So war es auch nicht das erste Mal, dass für zahlungskräftige Kunden der Sparte Weltstars eingeflogen wurden. Auch Rod Stewart, Stevie Wonder und Kylie Minogue spielten bei der alljährlichen Veranstaltung schon vor den von der Bank geladenen Managern. Sollten die Stones aber tatsächlich vier Millionen Euro Gage bekommen haben, wäre das wohl das mit Abstand teuerste musikalische Schmankerl, das sich das Geldinstitut jemals für einen solchen Abend leistete. Schon die Summe von 1,5 Millionen Euro, die Sängerin Minogue Berichten zufolge seinerzeit für ihre 40-Minuten-Show bekommen haben soll, führte zu hitzigen Diskussionen und zu einem eiligen Dementi der Bank.



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