Angebliche Falschaussage Daimler zieht Klage gegen Kritiker Grässlin zurück

Ein jahrelanger Rechtsstreit geht zu Ende: Der Autokonzern Daimler hat seine Klage gegen den kritischen Buchautor Jürgen Grässlin zurückgezogen. Man wolle die Gerichte "nicht weiter beschäftigen", teilte das Unternehmen mit.


Stuttgart - "Die Daimler AG und ihr Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche haben sich entschlossen, die noch anhängigen Verfahren gegen Jürgen Grässlin nicht weiterzuverfolgen", erklärte der Konzern in Stuttgart. Daimler Chart zeigen und Zetsche wollten die Gerichte "nicht weiter beschäftigen".

Daimler-Chef Zetsche: Zu aufwendiges Verfahren

Daimler-Chef Zetsche: Zu aufwendiges Verfahren

In der seit Jahren schwelenden Auseinandersetzung geht es um den von Grässlin geäußerten Verdacht, Zetsche habe 2002 in einem Prozess die Unwahrheit gesagt. Bei dem Verfahren ging es um einen Spediteur, der wegen Betrugs und sogenannter Graumarktgeschäfte mit Fahrzeugen angeklagt war. Bei solchen Geschäften werden Fahrzeuge - entgegen EU-Bestimmungen - zur Absatzsteigerung am offiziellen Vertriebsnetz der Autobauer vorbei verkauft.

Daimler hatte Grässlin diese Behauptung mit drei Unterlassungserklärungen und Geldbußen gerichtlich untersagen lassen. Trotzdem hatte Grässlin die untersagten Äußerungen mehrfach wiederholt. Zetsche forderte daraufhin ein Schmerzensgeld von 50.000 Euro. Mit dieser Klage scheiterte der Konzern jedoch Anfang des Jahres vor dem Hamburger Landgericht.

Nun verzichtet Daimler auf alle weiteren Rechtsschritte. "Es ist Dieter Zetsche nie um die Einklagung eines Schmerzensgeldes für sich selbst gegangen", teilte das Unternehmen mit. Die noch anhängigen Verfahren - etwa eine Hauptverhandlung im Rahmen einer Unterlassungsklage - seien zu "aufwendig", erklärte ein Daimler-Sprecher.

wal/Reuters

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