Angebot aus Frankreich Übernahme-Plan treibt Puma-Kurs in die Höhe

Der Luxuskonzern Pinault will Puma übernehmen - der Aktienkurs springt um neun Prozent nach oben. Das französische Angebot ist bei dem deutschen Sportartikel-Hersteller hochwillkommen.


Hamburg/Herzogenaurach - Nach einem Kursplus in der vergangenen Woche von rund 15 Prozent zogen die Titel des Sportartikelherstellers im frühen Handel um rund neun Prozent auf mehr als 342 Euro an. Das Kursfeuerwerk begründeten Händler mit den seit Wochen kursierenden, jetzt bestätigten Spekulationen um ein Übernahmeangebot durch den französischen Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR).

Fußball-Ausrüster Puma (Spiel Hamburger SV gegen Stuttgart am Wochenende): "Gute Unternehmensentwicklung"
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Puma Chart zeigen hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die deutsche Beteiligungsgesellschaft Mayfair der Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz ihre Beteiligung in Höhe von rund 25,14 Prozent an PPR verkauft habe. Der Preis je Aktie liegt bei 330 Euro.

Den anderen Puma-Aktionären soll ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Preis von ebenfalls 330 Euro pro Anteilsschein gemacht werden. Die französische Holding will nach der Übernahme keine Änderungen im Puma-Management vornehmen.

Die bisherigen Puma-Hauptaktionäre Günter und Daniela Herz haben den Verkauf ihrer Beteiligung mit der guten Unternehmensentwicklung des Sportartikelkonzerns begründet. Das vor zwei Jahren angetretene Investment sei zwar langfristig geplant gewesen, teilte die Mayfair-Beteiligungsfondgesellschaft Herz mit. Die unerwartet schnelle Entwicklung von Puma und das freundliche Angebot der französischen PPR-Holding hätten Mayfair jedoch veranlasst, der Transaktion zuzustimmen. Die Zusammenarbeit von Puma und PPR werde der Herzogenauracher Firma signifikante Vorteile bringen.

"Faires Angebot"

Das Unternehmen begrüßte die Übernahmeofferte. "Der Puma-Vorstand ist einstimmig der Überzeugung, dass das Engagement von PPR den Interessen des Unternehmens dient und das angekündigte freiwillige Übernahmeangebot von 330 Euro pro Aktie fair ist", sagte der Vorstandschef Jochen Zeitz am Dienstag. Man werde das Angebot den Aktionären deshalb empfehlen.

Zu PPR gehören schon Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint Laurent. Die Holding Pinault-Printemps-Redoute ruht auf zwei Säulen: zum einen auf dem Luxussegment, zum anderen auf Handelsgruppen wie der Möbelgruppe Conforama oder der Elektromarktkette FNAC.

PPR-Chef ist François-Henri Pinault, Sohn des Industriemagnaten François Pinault, der als einer der reichsten Männer Frankreichs gilt und mit seiner Finanzholding Artemis hinter PPR steht. Die PPR-Holding, die Berichten zufolge den Großteil ihrer Umsätze bisher im Handel erzielt, will den Schwerpunkt stärker auf den Luxussektor verlagern. François Pinault soll in diesem Zusammenhang kürzlich gesagt haben, er suche nach einer neuen Marke.

sam/dpa/Reuters/dpa-AFX



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