Angst vor Jobverlust Krankenstand erreicht niedrigstes Niveau seit 1970

Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich immer seltener krank. Im Jahr 2006 erreichte die Krankenstandsquote den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung und im Westen das niedrigste Niveau seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970.


Berlin - Im vergangenen Jahr seien die krankheitsbedingten Fehlzeiten in den Betrieben auf ein Rekordtief gefallen, berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf die neueste Statistik des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Danach fehlten die Beschäftigten im Jahr 2006 im Durchschnitt 3,29 Prozent der Sollarbeitszeit. Das entspreche 7,2 Arbeitstagen.

Insgesamt seien die Krankenstände in den Betrieben in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Die durchschnittlichen Fehlzeiten wegen Krankheit seien im siebten Jahr in Folge rückläufig. Arbeitsmarktexperten sähen als einen wichtigen Grund für das Rekordtief im vergangenen Jahr die Angst der Arbeitnehmer, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit den Job zu verlieren.

Am häufigsten fehlten die Arbeitnehmer laut BMG im Februar 2006 mit 4,29 Prozent der Sollarbeitszeit. Dagegen verzeichne die Statistik im Januar 2006 mit 2,52 Prozent der Sollarbeitszeit den niedrigsten Krankenstand des vergangenen Jahres. Die BMG-Statistik umfasse die Krankenstände der Arbeitnehmer aller gesetzlichen Krankenkassen.

mik/ddp



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