Forschung Britischer Ökonom Atkinson ist tot

Der britische Ökonom Tony Atkinson ist tot. Die Wissenschaft trauert um einen der bedeutendsten Forscher auf dem Gebiet der materiellen Ungleichheit in der Gesellschaft.

Anthony Barnes "Tony" Atkinson
picture alliance / Tone Koene

Anthony Barnes "Tony" Atkinson


Er suchte nach Antworten auf die Frage, wie der Wohlstand gerechter verteilt werden könnte. Doch Zeit seines Lebens fand er nicht die Antwort darauf, die in der Gesellschaft auf breite Zustimmung gestoßen wäre.

Jetzt müssen andere sein Werk vollenden. Denn Anthony Barnes Atkinson, der renommierte britische Wirtschaftsforscher, ist am Neujahrstag im Alter von 72 Jahren gestorben, wie unter anderem die britische Ökonomen-Vereinigung "Royal Economic Society" mitteilte.

Viele führende Ökonomen auf der ganzen Welt äußerten über den Kurznachrichtendienst Twitter ihre Trauer und Bestürzung. Nobelpreisträger Paul Krugman lobte ihn als "Pionier der Ungleichheits-Forschung und wundervolle Person", Branko Milanovic, der vielleicht führende Fachmann auf diesem Gebiet heute, sprach von einem "großen Verlust für das Fach".

Mit Atkinson verliert die Wissenschaft einen großen Kopf ihrer Zunft. Ursprünglich hatte er sich der Mathematik verschrieben, entschied sich dann aber für ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Cambridge. Nach seinem Master-Abschluss im Jahr 1966 ging er an die Fakultät des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Dort besuchte er unter anderem Seminare bei ökonomischen Vordenkern wie Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, Peter Diamond oder Robert Solow.

Atkinson machte sich in der akademischen Welt schnell einen Namen. Gemeinsam mit Stiglitz veröffentlichte Atkinson das Lehrbuch "Lectures on Public Economics" - ein Standardwerk.

mik



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