Detroit - 27 Millionen Dollar investieren die Beteiligten in eine umfassende Kampagne mit 60-Sekunden-Filmen in Kino und TV, Printanzeigen und einem Internetauftritt. Im Zentrum steht ein Monster namens Esuvee, das daherkommt wie eine Mischung aus Mammut und Yorkshire-Terrier. Das Viech mit Lampenaugen und Kühlermaul soll den PS-Freunden klarmachen, dass sie vorsichtiger fahren sollen. "Jeder kann ein SUV fahren, aber nicht jeder fährt richtig", mahnt der Kinospot.
Derlei Nachhilfe scheint nötig. Denn glaubt man den auf der Internetseite verbreiteten Botschaften, mangelt es den Fahrer an Basiswissen. So weist das freundliche Pelztier darauf hin, dass SUVs für gewöhnlich größer, höher und schwerer sind als normale Autos. Auch erklärt Esuvee, dass man besser langsamer wird, wenn der Geländewagen von der Straße abkommt.
Tödliche Überschläge
Hintergrund der Kampagne sind sich häufende Unfälle mit tödlichem Ausgang, nachdem sich Autos überschlagen haben. Laut einem Bericht der "New York Times" passiert das nur bei drei Prozent der Unglücke. Dennoch sind etwa ein Drittel der Todesfälle auf amerikanischen Straßen eine Folge von Überschlägen.
Die großen Geländewagen bieten zwar mehr Sicherheit bei Zusammenstößen. Angesichts ihres hohen Schwerpunkts drehen sie sich aber besonders leicht auf das Dach. Entsprechend will die Esuvee-Werbung eben dieser Fahrergruppe einen sensibleren Umgang mit ihrem Gerät vermitteln.
Das Geld stammt von Ford
Die Autoindustrie fürchtet um ihre Verkaufsschlager. Die SUV Owners Association, ein Lobbyverein der Hersteller, äußerte sich besorgt und fürchtet um den Ruf der Geländewagen.
Die Initiatoren weisen dies zurück: "Wir wollen die Leute nicht davon abhalten, Geländewagen zu kaufen. Sie sollen aber lernen, mit den Gefahren umzugehen", sagte Tom Miller, Justizminister des Bundesstaates Iowa, der "New York Times".
Kurios dabei: Das Geld für den Warnfeldzug stammt von Ford, einem der größten US-Autobauer. Freiwillig hat der Hersteller die Kampagne allerdings nicht finanziert. Tatsächlich ist die Summe Teil einer Strafe über 51,5 Millionen Dollar, die Ford vor drei Jahren zahlen musste.
Damals wurde der Autokonzern verurteilt, weil er Geländefahrzeuge nach Meinung der Richter wissentlich mit fehlerhaften Reifen verkaufte. Die Pneus hatten zahlreiche Unfälle verursacht, bei denen sich die Fahrzeuge überschlugen.
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