Antrieb ohne Öl Reeder planen das Hochsee-Schiff der Zukunft

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9. Teil: Luftkissenschiffe: Per Hovercraft gestrandet


Zu teuer, zu ineffizient: Das Urteil von Experten über Luftkissenboote ist eindeutig. Um ein Luftkissen zu erzeugen, werde extrem viel Energie benötigt. Zu viel, um ernsthaft als Alternative zu einem mit Diesel oder Öl betriebenen Schiff in Frage zu kommen. Luftkissenfahrzeuge, heißt es, machen - wenn überhaupt - als Fähre für kurze Strecken Sinn, wo es auf Schnelligkeit ankommt.

Luftkissenboot der US-Navy: Zu hoher Energieverbrauch
US Navy

Luftkissenboot der US-Navy: Zu hoher Energieverbrauch

Entwickelt wurde das Luftkissenfahrzeug, das bei ebener Oberfläche auch über Land gleiten kann, in den fünfziger Jahren maßgeblich vom britischen Ingenieur Christopher Cockrell. 1959 überquerte erstmals ein Luftkissenboot den Ärmelkanal, zehn Jahre später nahm eine Fähre den Linienbetrieb auf - eine Revolution in der Schifffahrt.

Doch vor acht Jahren kam das Aus für die Luftkissen-Linie - der Betrieb war zu teuer. Kleinere Luftkissenboote sind heute vor allem als Sportgeräte im Einsatz, diverse Armeen nutzen Luftkissenfahrzeuge als Transporter.

Forscher konzentrieren sich nun im Segment der Frachtschiffe auf ein anderes Konzept, das mit Luft zu tun hat: Kleine Luftbläschen unter dem Rumpf sollen die Reibung reduzieren und ein Schiff schneller durchs Wasser gleiten lassen. Die niederländische DK Group arbeitet an einem Kompressorsystem, das Druckluft unter den Rumpf von großen Frachtern und Tankern pumpt.

Dadurch, heißt es bei dem Unternehmen, werde die Kontaktfläche zwischen Rumpf und Wasser verringert. Entsprechend sinke der Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 Prozent. Das System lohnt sich aber nur bei großen Schiffen. Ein Praxistest steht zudem noch aus.



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