Anzeige Nestlé soll Attac bespitzelt haben

Die Spitzelaffären nehmen kein Ende: Jetzt haben Autoren des globalisierungskritischen Netzwerks Attac Anzeige erstattet. Die Gruppe soll im Auftrag des Konzerns Nestlé überwacht worden sein.


Genf - "Attac gegen das Imperium Nestlé" - so heißt das Buch, das dem Konzern wohl so gar nicht gefallen hat. Angeblich soll Nestlé deshalb die Schweizer Sicherheits- und Überwachungsfirma Securitas beauftragt haben, eine als Globalisierungskritikerin getarnte Agentin in die Gruppe einzuschleusen.

Die Autoren des Buchs stellten deshalb eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Bespitzelung. Sie reagierten damit auf einen Bericht des Schweizer Fernsehsenders TSR, wonach Securitas die Gruppe über ein Jahr bespitzelte, während sie an dem 2004 erschienenen Buch über den Konzern arbeitete.

Nestlé und Securitas wollten sich nicht konkret zu den Vorwürfen äußern. Nestlé Chart zeigen teilte mit, der Konzern habe angesichts der angekündigten Proteste gegen bestimmte Unternehmen während des G-8-Gipfels in Evian im Jahr 2003 "in enger Zusammenarbeit mit Securitas" die "geeigneten, strikt legalen Maßnahmen" ergriffen.

cvk/AFP



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