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Anzeigenkampagne: Dm-Gründer fordert Grundlohn für alle

Wenn es darum geht, politische Meinung kundzutun, scheint eine Zeitungsanzeige das beste Mittel zu sein. Jedenfalls ist sie derzeit groß in Mode. Nach dem öffentlichen Rüffel gestern in der "FAZ" meldet sich jetzt ein anderer Unternehmer zu Wort: der Gründer der Drogeriemarktkette dm.

Stuttgart - In seiner heute in der Wochenzeitung "Die Zeit" erscheinenden Anzeige wirbt dm-Chef Götz Werner für ein Grundeinkommen, das allen Bundesbürgern ungeachtet ihrer persönlichen Verdienste zustehen soll. Werner starte heutige eine entsprechende Anzeigenkampagne, berichtet die "Stuttgarter Zeitung".

Dm-Gründer Werner: Wirtschaft muss die Menschen mit Geld ausstatten
DPA

Dm-Gründer Werner: Wirtschaft muss die Menschen mit Geld ausstatten

Nach Werners Meinung gebe es in Deutschland keine Wirtschaftskrise, sondern eine Verteilungskrise. Weil es der Wirtschaft in den vergangenen 50 Jahren gelungen sei, die menschliche Arbeit mit Maschinen zu ersetzen, müssten nun Einkommensalternativen geschaffen werden. Einen Betrag zwischen 1300 und 1500 Euro pro Kopf hält der Drogist für angemessen.

Die Wirtschaft habe nicht nur die Aufgabe, die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen zu versorgen, argumentiert Werner der Zeitung zufolge. Ebenso wichtig sei es, die Bürger mit ausreichend Geld auszustatten, damit diese die von den Unternehmern produzierten Güter und Dienstleistungen auch nachfragen könnten. "Das Thema ist reif", sagte Werner. "Die Menschen sind verunsichert und spüren, dass man Paradigmen in Frage stellen muss. Jetzt werden in Berlin die Karten neu gemischt. Was wir brauchen, sind keine Banalreformen, sondern Radikalreformen."

Werners Kampagne beginnt mit einer halbseitigen Anzeige in der Wochenzeitung "Die Zeit", danach sollen mit je einem Tag Abstand Inserate in anderen überregionalen Zeitungen folgen. Die Kosten der Kampagne bezifferte Werner auf 300.000 Euro. Er schloss nicht aus, dass weitere Schritte folgen werden.

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