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AOL Time Warner: AOL könnte aus dem Konzernnamen verschwinden

Bei Medienkonzern AOL Time Warner hat die Internetfraktion bereits seit längerem nicht mehr allzu viel zu melden. Jetzt erwägt Firmenchef Richard Parsons einem Zeitungsbericht zufolge, dies auch im Firmennamen kenntlich zu machen und das Unternehmen fortan wieder Time Warner zu nennen.

Steve Case und Gerard Levin bei der historischen Pressekonferenz (Januar 2000)
DPA

Steve Case und Gerard Levin bei der historischen Pressekonferenz (Januar 2000)



New York - Als der Internetprovider America Online (AOL) auf der Höhe seiner Macht und Marktkapitalisierung den Medienkonzern Time Warner übernahm, galt dies als endgültiger Beweis für den Sieg der Dotcoms über die "Old Economy". Speziell im Mediensektor galt vielen die Fusion eines Internetunternehmens mit einem Traditionskonzern als wegweisend - der dazu passende Ausdruck war auch schnell kreiert: "clicks and bricks".

Heute ist AOL nur noch ein Schatten seiner selbst. Dem Internetprovider laufen die Kunden in Scharen davon. US-Börsenaufsicht und Justizministerium haben formelle Untersuchungen gegen AOL eingeleitet, weil das Unternehmen seine Werbeumsätze nach oben manipuliert haben soll. Und der einst gottgleiche AOL-Chef Steve Case ist im Aufsichtsrat ziemlich isoliert.

Nachdem mit Richard Parsons im vergangenen Jahr ein Time-Warner-Mann den CEO-Posten des Medienkonzerns übernommen und Getreue auf alle wichtigen Schlüsselpositionen gehievt hat, gilt das AOL-Lager innerhalb des Konzerns als weitgehend entmachtet. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" soll jetzt möglicherweise auch der Markenname AOL aus dem Konzernschriftzug getilgt werden.

Mitarbeiter der Time-Warner-Sparte hätten Parsons diesen Schritt schon seit Längerem nahe gelegt, weil die Marken Time und Warner durch den Bilanzskandal bei der Internet-Tochter beschädigt würden. Nun befürworteten allerdings auch Mitglieder des Managements der Internetsparte AOL den Schritt. Offenbar wollten letztere die angeschlagene Internet-Firma aus dem Rampenlicht ziehen und so den Markennamen AOL und dessen sauberes Image bewahren.

Dem "Journal" zufolge wird das Thema auf einer Aufsichtsratsitzung Ende September verhandelt.

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