Apple-Affäre: Jobs-Optionen werden zum Fall für die US-Justiz

Die Affäre um manipulierte Aktienoptionen und gefälschte Unterlagen ist für Apple-Konzern noch lange nicht ausgestanden. US-Berichten zufolge ermitteln die Behörden nun gezielt wegen der Vergabe von Aktien-Optionen an Steve Jobs.

New York - Die Börsenaufsicht SEC und Staatsanwälte ermittelten weiter, vor allem im Zusammenhang mit der Vergabe von Optionen an Apple-Chef Steve Jobs im Jahr 2001, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf informierte Personen.

Steve Jobs (bei iPhone-Präsentation): Apple argumentiert, dass der Konzernchef von Rückdatierung der Optionen nicht profitiert habe
AP

Steve Jobs (bei iPhone-Präsentation): Apple argumentiert, dass der Konzernchef von Rückdatierung der Optionen nicht profitiert habe

Apple Chart zeigen hatte Ende Dezember Unregelmäßigkeiten eingeräumt und allein für diesen einen Fall die Bilanz um 20 Millionen Dollar korrigiert. Mit der eigenen Untersuchung hoffte Apple offensichtlich, Jobs aus der Schusslinie zu nehmen und die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Der Konzernchef habe zwar von Rückdatierungen bei Aktienoptionen gewusst und einige Termine sogar selbst empfohlen, gab das Unternehmen zu. Da Jobs aber persönlich nicht von den Verstößen profitiert habe und sich der bilanziellen Folgen nicht bewusst gewesen sei, treffe ihn keine Schuld.

Bei der sogenannten Rückdatierung von Aktienoptionen wird nachträglich ein Termin ausgesucht, an dem der Kurs besonders niedrig war. Dadurch kann man bei der Einlösung der Optionen einen höheren Gewinn erzielen. Diese in den USA weitverbreitete Praxis wird verfolgt, weil der Trick letztlich auf Kosten des Unternehmens geht. Bei über 100 amerikanischen Unternehmen laufen Untersuchungen, mehr als ein Dutzend Firmenchefs sind deswegen zurückgetreten.

Die fragliche Option auf 7,5 Millionen Apple-Aktien für Jobs aus dem Jahr 2001 ist für das Unternehmen besonders heikel. In dem Fall wurden nicht nur die Optionen rückdatiert, sondern auch offizielle Unterlagen gefälscht, indem auf eine angebliche Sondersitzung des Verwaltungsrates verwiesen wurde, die gar nicht stattfand. Dem "WSJ" zufolge soll eine Apple-Juristin die falschen Unterlagen erstellt haben, die das Unternehmen im vergangenen Monat verließ. Ihrem Anwalt zufolge habe sie aber stets auf Anweisung ihrer Vorgesetzten gehandelt.

Aktie legte um fünf Prozent zu

Apple betont, dass keine derzeitigen Mitarbeiter den Optionsskandal verschuldet hätten. Die fragliche Option an Jobs wurde später zurückgenommen. Allerdings unterschrieb er als Konzernchef eine Routinemitteilung an die SEC vom August 2002, in der die falschen Termine für die Option und die Verwaltungsratssitzung enthalten waren.

Der charismatische Firmen-Mitbegründer Jobs gilt als treibende Kraft hinter den jüngsten Erfolgen von Apple - zum Beispiel mit dem Musikplayer iPod. Diese Woche sorgte das Unternehmen erneut für Schlagzeilen mit dem Einstieg ins Handy-Geschäft mit dem iPhone, das ganz eindeutig Jobs' Handschrift trägt. Nach dem Apple- Untersuchungsbericht, in dem Jobs entlastet wurde, machte die Aktie einen Sprung von fünf Prozent, da in den Wochen davor sein Rücktritt befürchtet wurde. Insgesamt stellte Apple bei der Untersuchung 42 falsche Termine bei der Vergabe von Aktienoptionen fest, die die Bilanz mit 84 Millionen Dollar belasteten.

Die im Mittelpunkt der Untersuchungen stehende Aktienoption für Jobs sei anfänglich Ende August vom Verwaltungsrat gebilligt worden, bei einem Preis von 17,83 Dollar, erläuterte Apple in dem Untersuchungsbericht. Die endgültigen Konditionen seien jedoch erst am 18. Dezember festgezurrt worden. Obwohl die Aktie zu diesem Zeitpunkt bereits bei 21,01 Dollar stand, wurde als Preis der Kurs von 18,30 Euro am 19. Oktober festgesetzt. "Die Zustimmung für die Gewährung der Optionen wurde inkorrekt einem Sondertreffen des Verwaltungsrats am 19. Oktober zugeschrieben. Ein solches Sondertreffen hat es nicht gegeben", hieß es in dem Bericht.

tim/Reuters/dpa

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