Apple: Fälschungsvorwürfe im Zusammenhang mit Steve Jobs' Aktienoptionen
Die Affäre um manipulierte Aktienoptionen wird zur Belastung für den iPod-Hersteller Apple. Schon wieder werden Vorwürfe laut: Der Konzern soll seinem Chef Steve Jobs laut "Financial Times" ohne Genehmigung Millionen Aktienoptionen gewährt und dann Dokumente gefälscht haben.
Hamburg – Schon am Mittwoch löste ein auf der Internet-Seite law.com veröffentlichter Bericht über mutmaßliche Dokumentenfälschungen bei Apple eine Berg- und Talfahrt der Aktie des Konzerns aus. Jetzt legt die britische "Financial Times" nach und präsentiert detaillierte Vorwürfe, die auch Konzernchef Steve Jobs betreffen, eine der Management-Ikonen der amerikanischen Computerbranche.
Tech-Visionär Jobs: Zunächst keine Stellungnahme von Apple zu den neuen Vorwürfen
Der "FT" zufolge wird Apple später in der Woche einen Bericht über den Vorgang vorlegen. Zunächst aber wollte der Konzern gegenüber dem Blatt offiziell keine Stellung zu den neuen Vorwürfen nehmen. Auch bei Apple Deutschland war am Morgen kein Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen.
Gegen Apple läuft bereits ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem sogenannten Rückdatieren von Aktienoptionen. Dieses nachträgliche Anpassen der Optionsdaten erlaubt es Managern, ihre Gewinne aus Aktienoptionen zu steigern, die vor allem bei vielen US-Konzernen fester Bestandteil der Managerentlohnung sind.
"Sich der buchhalterischen Auswirkungen nicht bewusst"?
Insgesamt werden rund 160 US-Unternehmen verdächtigt, durch options backdating die Entlohnung ihrer Manager gesteigert zu haben. Mehrere US-Führungskräfte sind im Zusammenhang mit der Affäre bereits zurückgetreten. So gab anderem der Apple-Aufsichtsrat und frühere Finanzvorstand Fred Andersen sein Amt auf.
Bisher sah es so aus, als würde Steve Jobs die Affäre relativ schadlos überstehen. Bereits im Oktober hatte das Apple-Direktorium erklärt, Jobs habe in einigen Fällen von Rückdatierungen gewusst. Die Konzernaufseher sprachen ihn aber von jeglichem Fehlverhalten frei und erklärten, er habe von den Vorgängen nicht selbst profitiert und sei sich der buchhalterischen Auswirkungen nicht bewusst gewesen.
Die nun strittigen Aktien-Optionen seien Jobs im Oktober 2001 gewährt worden, schreibt die "FT". Die vorgetäuschte Autorisierung durch das Board sei aber auf das Jahresende datiert. Das lasse die Vermutung zu, dass die Bezahlung nicht korrekt abgesegnet gewesen sei und die Optionen rückdatiert wurden. Jobs habe die Optionen später zurückgegeben, bevor er sie ausüben konnte – er habe also nicht persönlich profitiert. Alternativ habe er später Apple-Aktien als Entlohnung erhalten.
itz
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