Düsseldorf Gericht bestätigt Büroverbot für dreibeinige Hündin Kaya

Husky-Hündin allein zu Haus: Kaya hat Büroverbot. Ihre Besitzerin wähnte deshalb den Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt und ging in Revision - schließlich dürfen die Kollegen ihre Tiere mit zur Arbeit bringen. Doch das Landesarbeitsgericht Düsseldorf sieht das anders.

DPA

Düsseldorf - Claudia van de Wauw fühlt sich diskriminiert. Denn anders als ihre Kollegen darf das Frauchen der dreibeinigen Hündin Kaya ihr Tier nicht mit zur Arbeit bringen. Doch die Mitarbeiterin einer Werbeagentur ist auch im zweiten Anlauf mit dem Versuch gescheitert, das Büroverbot für den Husky-Mischling gerichtlich zu Fall zu bringen. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat am Montag das Hausverbot für die Hündin bestätigt.

Kaya habe in der Vergangenheit Arbeitsabläufe in der Werbeagentur gestört, urteilte das Landesarbeitsgericht mit Hinweis auf die Beweisaufnahme in der Vorinstanz. Auch hätten Kollegen der Hundebesitzerin sich von der Hündin "subjektiv bedroht und gestört" gefühlt.

Im vergangenen Jahr war das Tier lammfromm in den Gerichtssaal gehumpelt und eroberte die Herzen der Zuschauer. Doch die Richterin hielt damals fest: "Im Büro kann das natürlich ganz anders aussehen."

"Sachlicher Grund für die Änderung der bisherigen Praxis"

Der Arbeitgeber hatte das Büroverbot für die Hündin unter anderem damit begründet, dass das Tier ein gefährliches soziales und territoriales Verhalten zeige. So knurre die Hündin andere Mitarbeiter der Werbeagentur an, die sich deshalb nicht mehr in das Büro der Hundebesitzerin trauten. Darüber hinaus gehe von der Hündin eine Geruchsbelästigung aus.

Dagegen hatte die Klägerin schon in der ersten Instanz vergeblich geltend gemacht, dass ihre Hündin niemanden bedrohe. Auch verstoße ihre Verbannung aus dem Büro gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, weil andere Mitarbeiter der Agentur in Begleitung ihrer Hunde zur Arbeit kommen dürften.

Das Landesarbeitsgericht sah hingegen keinen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Vielmehr stelle die von der Hündin ausgehende Störung der Arbeitsabläufe einen "sachlichen Grund für die Änderung der bisherigen Praxis" durch den Arbeitgeber dar. Die Revision ließ das Gericht nicht zu.

(Az. 9 Sa 1207/13)

bos/AFP



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Seite 1
the.memory.hole.1984 24.03.2014
1.
Zitat von sysopDPAHusky-Hündin allein zu Haus: Kaya hat Büroverbot. Ihre Besitzerin wähnte deshalb den Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt und ging in Revision - schließlich dürfen ihre Kollegen Tiere mit zur Arbeit bringen. Doch das Landesarbeitsgericht Düsseldorf sieht das anders. http://www.spiegel.de/wirtschaft/arbeitsgericht-bestaetigt-bueroverbot-fuer-dreibeinige-huendin-a-960531.html
Suesse Pfote. Sehr schade, dass sie so aneckt. Kann natuerlich sein, dass ein Hund ein Buero nach einiger Zeit als "meins" ansieht. Aber Geruchsbelaestigung, wenn all ihre Pfoetler mitbringen duerfen? Da muss man schon viel Fantasie haben... Da hilft dann nur kuendigen und einen tierfreundlicheren Abreitsplatz suchen oder sich sebstaendig machen. Viel Glueck dabei. TMH
nickleby 24.03.2014
2. Fürsorgepflicht
Die Angestellten haben das Recht vor gefährlichen Tieren, wie diesem Hund, der knurrt, wenn man ins Büro kommt, geschützt zu werden.Wenn dann noch erhebliche Geruchsbelästigung hinzukommt, kann es keine Toleranz geben. Der Arbeistplatz ist für Menschen und nicht für gefährliche Tiere. Also : Richtige Entscheidung des Gerichts
big t 24.03.2014
3. optional
Was ist denn das für eine Arbeitsstelle wo alle ihre Tiere mitbringen dürfen ? Ach sowas geht wohl nur in der ach so schlimmen freien Wirtschaft
ichbineinschaf 24.03.2014
4. 8 Tage zu früh..
.. für den ersten April.
afxtwin 24.03.2014
5. optional
wie gern hätte ich damals meine cheffs verklagt. ich fühlte mich von deren kläffendem und bestialisch stinkendem Hund auch bedroht und belästigt. aber ich schätze, dann wäre ich wohl aus betrieblichen gründen auf kurz oder lang gekündigt worden.
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