Arbeitsloser Beck-Kritiker Henrico Frank hat einen Job

Der Wiesbadener Arbeitslose Henrico Frank, bundesweit bekannt geworden durch seinen Streit mit SPD-Chef Kurt Beck, hat einen Job gefunden: Berichten zufolge arbeitet er künftig bei einem Musiksender als Experte für Punkrock. Sogar seinen von Beck kritisierten Bart darf er behalten.


Berlin - Henrico Frank hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der 37-Jährige soll bei dem Musiksender iMusic TV als Experte für Punkrock einsteigen, wie der Berliner "Tagesspiegel" und die "Frankfurter Rundschau" berichten. "Ich kann mich wo einbringen, wo ich auch Ahnung von hab, es ist schon eine Art Traumjob", sagte Frank. "Ich hab Spaß an der Musik."

Künftiger Musikexperte Frank: "Ich kann mich wo einbringen, wo ich auch Ahnung von hab, es ist schon eine Art Traumjob"
DPA

Künftiger Musikexperte Frank: "Ich kann mich wo einbringen, wo ich auch Ahnung von hab, es ist schon eine Art Traumjob"

Frank war in die Schlagzeilen geraten, nachdem er den rheinland- pfälzischen Ministerpräsidenten Beck bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wiesbaden für seine Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht hatte. Beck hatte Frank daraufhin gesagt: "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."

Der Wiesbadener Langzeitarbeitslose war Becks Ratschlag gefolgt und hatte von der Mainzer Staatskanzlei acht Jobangebote übermittelt bekommen, die er jedoch ausschlug. Die Stadt Wiesbaden hatte daher Anfang der Woche angekündigt, Frank ab Februar für drei Monate das Arbeitslosengeld um 30 Prozent zu kürzen. Die Behörde warf Frank vor, dass er sich nicht mit der gebotenen Sorgfalt um die ihm angebotenen Stellen gekümmert habe.

Frank soll heute seinen Arbeitsvertrag unterzeichnen, heißt es unter Berufung auf Frank und den Musiksender. "Wir wollen ihm eine faire, menschliche Chance geben", sagte Marco Quirini von der Unternehmensleitung. "Man braucht hier keinen Doktortitel, aber er wird sich beweisen müssen, wie jeder andere auch."

Frank sagte, dass sein neuer Arbeitgeber mit einem Bart kein Problem habe. Beim Vorstellungsgespräch sei er sogar gefragt worden, ob er nicht wieder einen Nasenring tragen wolle. "Sie haben gesagt: Das bist doch sonst gar nicht du", sagte Frank.

Der Musiksender iMusic TV wird seit Mai 2006 digital über Astra-Satellit ausgestrahlt und erreicht derzeit rund elf Millionen Haushalte.

kaz/AFP/dpa



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