Arbeitslosigkeit Forscher sagt Hartz-IV-Wunder voraus

Hartz IV wirkt - das zumindest glaubt, aller Kritik zum Trotz, das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit. Schon 2005 könne die Zahl der Arbeitslosen dank der Reform unter vier Millionen sinken, so die Prognose. Grund sei ein Boom im Niedriglohnsektor.


Niedriglohnjob Kellner: Nur noch 3,9 Millionen ohne Arbeit?
DPA

Niedriglohnjob Kellner: Nur noch 3,9 Millionen ohne Arbeit?

Berlin/Bonn - "Wenn die Regelungen zum Arbeitslosengeld II konsequent umgesetzt werden, wird es bei den Ein- und Zwei-Euro-Jobs einen Nettozuwachs von etwa 250.000 bis 300.000 Stellen geben", glaubt der IZA-Direktor für Arbeitsmarktpolitik, Hilmar Schneider. Der "Berliner Zeitung" sagte er, schon jetzt sei spürbar, dass viele Bürger bereit seien, für ein geringeres Entgelt zu arbeiten als früher. Sie wollten damit den Restriktionen von Hartz IV entgehen.

Damit nicht genug: "Wir erwarten, dass im kommenden Jahr im Niedriglohnsektor weitere 200.000 bis 300.000 neue Stellen entstehen", sagte Schneider weiter. Insgesamt ergebe dies einen erwarteten Rückgang der Arbeitslosenzahl um etwa eine halbe Million. "Damit kämen wir 2005 in Deutschland auf eine Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt zwischen 3,8 und 3,9 Millionen."

Für das laufende Jahr rechnet Schneider dem Blatt zufolge mit einem Durchschnitt von 4,4 Millionen, rund 10.000 mehr als 2003. Voraussetzung für den deutlichen Rückgang der Erwerbslosenzahlen ist Schneider zufolge allerdings die konsequente Umsetzung der Reformregelungen durch die Bundesagentur für Arbeit. Die wirtschaftliche Erholung wird nach Einschätzung des IZA-Direktors hingegen keinen positiven Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben.



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