Nürnberg - Zum Stichtag 30. September habe es 14.800 noch unbesetzte Ausbildungsstellen und 35.000 unversorgte Bewerber gegeben, hieß es in Kreisen, die sich auf Statistiken der Bundesanstalt für Arbeit (BA) berufen. Damit fehlen rechnerisch 20.200 Leerstellen. Zum Vergleich: Ende September 2002 überstieg die Zahl der Bewerber die Zahl der verfügbaren Plätze nur um 5400.
Die BA gibt die offiziellen Zahlen am Donnerstagvormittag in Nürnberg bekannt. Der Ausbildungsmarkt habe sich im abgelaufenen Berufsbildungsjahr deutlich verschlechtert, hieß es in den Kreisen weiter. Von Oktober 2002 bis September 2003 seien 39.500 weniger Ausbildungsstellen gemeldet worden als im Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang gehe ausschließlich zu Lasten betrieblicher Stellen. Dennoch seien 95 Prozent aller Bewerber mit einer Ausbildungsstelle oder einer Alternative versorgt worden. Mit 338.500 Bewerbern, die einen Ausbildungsplatz erhalten hätten, habe diese Zahl nur um 9000 unter der des vorigen Berufsberatungsjahres gelegen.
Die rot-grüne Koalition hat der Wirtschaft mit einem Eingreifen des Gesetzgebers gedroht, wenn diese bis Ende des Jahres nicht ausreichend Lehrstellen schafft. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement wollten eigentlich am Donnerstag bei einem Spitzentreffen neue Zusagen der Wirtschaftsverbände einfordern. Doch die Chefs des Arbeitgeberlagers haben ihr Kommen bereits aus Termingründen abgesagt.
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