Atom-Comeback: Enel-Konzern plant neue Kernkraftwerke in Italien

Der Energiekonzern Enel will in Italien mehrere Atomkraftwerke bauen. Laut "La Repubblica" plant Konzernchef Fulvio Conti vier bis fünf Meiler mit einer Leistung von je 1800 Megawatt. In Deutschland drängt Kanzlerin Merkel ebenfalls auf ein Comeback der Kernkraft.

Mailand - Italien ist aus der Kernenergie eigentlich ausgestiegen - doch nun steht ein Comeback der Atomkraft bevor. Der Energiekonzern Enel will mehrere Reaktoren in Italien bauen. Geplant seien vier bis fünf Kernkraftwerke mit einer Leistung von je 1800 Megawatt, sagte Enel-Chef Fulvio Conti der Zeitung "La Repubblica".

An den Projekten könnten auch andere Firmen beteiligt werden wie etwa die Finmeccanica-Tochter Ansaldo Energia. Der Bau kann Enel zufolge über ein Konsortium finanziert werden, an dem Kunden aus der Versorger-, Papier-, Stahl- oder Zementindustrie beteiligt werden.

Enel sei aber auch in der Lage, die Finanzierung alleine zu stemmen. Der Zeitung zufolge könnten die Baukosten für vier Werke rund 14 Milliarden Euro verschlingen.

In Deutschland wird die Auseinandersetzung um die Kernkraft ebenfalls schärfer. CDU und CSU sprachen sich einmütig für eine Rücknahme des Atomausstiegs aus. Der Ausstiegsbeschluss sei "absolut falsch", sagte die CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, nach einer gemeinsamen Präsidiumssitzung beider Parteien in Erding.

Wer ernsthaft von bezahlbaren Energiepreisen rede, der müsse umdenken. Merkel verwies darauf, dass Deutschland das einzige Land sei, das sichere Atommeiler vom Netz nehmen wolle.

Weltweit erlebt die Atomenergie derzeit eine Renaissance. So schrieben die im nordjapanischen Aomori versammelten Energieminister der acht wichtigsten Energienationen (G-8) sowie Chinas, Indiens und Südkoreas am Sonntag in ihre offizielle Erklärung, eine wachsende Zahl von Staaten habe Interesse an Atomprogrammen geäußert.

Deutschland steht in dieser Runde mit seinem Atomausstieg alleine da. Mit Rücksicht auf die Befindlichkeiten hierzulande fügten die G-8-Minister eine ergänzende Passage ein: Die Staaten verfolgten zur sicheren Energieversorgung und zum Klimaschutz verschiedene Wege, hieß es da.

wal/dpa-AFX/AFP

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