Außenhandels-Boom Deutsche Exporte legen zweistellig zu

Die Produktion mag sinken, das Wachstum lahmen - beim Außenhandel aber konnte Deutschland wieder einmal zulegen. Die Exporte sind im März erstaunlich stark gewachsen, der Überschuss in der Handelsbilanz ist größer als gedacht.


Ford-Neuwagen aus deutscher Produktion vor der Verschiffung: An den Wachstumsprognosen ändert sich nichts
AP

Ford-Neuwagen aus deutscher Produktion vor der Verschiffung: An den Wachstumsprognosen ändert sich nichts

Wiesbaden - Im Jahresvergleich sei der Wert der Ausfuhren im März um 16,6 Prozent auf 65,0 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Importe zogen um 5,3 Prozent auf 48,5 Milliarden Euro an. Damit schloss Deutschland die Handelsbilanz im März mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro ab, die Leistungsbilanz mit 11,3 Milliarden Euro. Dabei stiegen vor allem die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) stark an.

Auch von Februar auf März hätten die Exporte saisonbereinigt 0,8 Prozent zugelegt. Die Importe schrumpften zum Vormonat um 3,1 Prozent. "Das zeigt, dass die Hauptimpulse für die deutsche Wirtschaft weiter die Exporte sind", sagte Klaus Schrüfer, Analyst bei der SEB. Allerdings belegten die Daten auch die Schwäche der Binnenwirtschaft. An seiner Prognose eines Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal änderten aber die überraschend starken Export-Daten nichts.

Handelsbilanz: 41,1 Milliarden Überschuss in drei Monaten

Von der Agentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Überschuss in der Handelsbilanz vom März von 12,3 Milliarden Euro erwartet. Im ersten Quartal insgesamt belief sich der Handelsbilanzüberschuss von 41,1 Milliarden Euro. Der Überschuss in der Leistungsbilanz summierte sich auf 15,6 Milliarden Euro.

Von den deutschen Exporten ging der größte Teil in die anderen Länder der Europäischen Union - insgesamt 36,2 Milliarden Euro, ein Zuwachs zum Vorjahr um 10,2 Prozent. Dabei stiegen die Exporte in die Staaten des Euro-Währungsgebietes um 11,6 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro. Der Export in Länder außerhalb der EU stieg um 25,9 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro.

Die deutschen Importe aus den anderen EU-Ländern stiegen zum Vorjahresmonat um 6,3 Prozent auf 27,5 Milliarden Euro. Ebenfalls um 6,3 Prozent stiegen die Importe aus den anderen Ländern der Euro-Zone. Die Einfuhren aus Drittländern erhöhten sich zum Vorjahr um vier Prozent auf 21 Milliarden Euro.



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