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Ausstieg bei Sony BMG: Bertelsmann trennt sich vom Musikgeschäft

Bertelsmann verabschiedet sich aus der kriselnden Musikbranche - und von Stars wie Justin Timberlake und Alicia Keys: Der Gütersloher Medienkonzern verkauft seine Anteile an der Plattenfirma Sony BMG. Die Japaner müssen nun alleine sehen, wie sie das Geschäft wieder in Schwung bringen.

Sony-BMG-Firmensitz (in München): Branche im Strukturwandel
DPA

Sony-BMG-Firmensitz (in München): Branche im Strukturwandel

Gütersloh - Der Ausstieg hatte sich bereits angekündigt: Der neue Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski hatte den Musikbereich bei seinem Amtsantritt im Dezember 2007 als wachstumsschwach definiert und ihn zunächst einer Überprüfung unterzogen. Die scheint zu Ungunsten der Sparte ausgefallen zu sein.

Bertelsmanns 50-Prozent-Anteil an dem 2004 gegründeten Joint-Venture Sony BMG, dem weltweit zweitgrößten Musikunternehmen, würden an Sony Chart zeigen verkauft, teilten beide Unternehmen am heutigen Dienstag mit. Das Unternehmen mit Sitz in New York werde künftig unter dem Namen Sony Music Entertainment Inc. firmieren. Allerdings stehe die Transaktion noch unter bestimmten Vorbehalten, darunter kartellrechtlichen Genehmigungen in verschiedenen Ländern, hieß es.

Über den Kaufpreis hatten beide Seiten Stillschweigen vereinbart. In unternehmensnahen Kreisen war jedoch die Rede von einem Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Dollar. Der Vertrag zwischen Bertelsmann und Sony beinhaltet, dass die von Sony Music verkauften CDs für die nächsten sechs Jahre weiterhin zum Teil bei der Bertelsmann-Industrietochter Arvato hergestellt werden. Sony BMG vereint Plattenfirmen wie Arista, J Records und Zomba. Zu den Stars von Sony Music Entertainment gehören unter anderen Celine Dion, Alicia Keys, Bruce Springsteen, Justin Timberlake sowie Usher.

Mit der Trennung von der Musiksparte verabschiedet sich Bertelsmann aus einem schwierigen Geschäft. Das vom früheren Bertelsmann-Manager Rolf Schmidt-Holtz geführte Joint Venture Sony BMG hatte nach Sony-Angaben im ersten Halbjahr 2008 erneut Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

2007 erzielte der Konzern mit rund 2.850 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, litt aber zuletzt wie die Konkurrenz stark unter den Einbrüchen im Geschäft mit CDs. Sony und Bertelsmann hatten Sony BMG im August 2004 gegründet.

Die gesamte Musikbranche unterliegt seit langer Zeit einem Strukturwandel. Der Verkauf von CDs und DVDs verliert stetig an Marktanteilen. Vergangenes Jahr brach der globale Musikabsatz um sechs Prozent ein. Insgesamt setzt die Branche noch 29,9 Milliarden Dollar um. 2000 waren es noch rund 40 Milliarden.

Bereits vor zwei Jahren hatte Bertelsmann mit seinem Rückzug aus dem Musikgeschäft begonnen. Damals hatte sich der Konzern von seinem Musikverlag BMG Music Publishing getrennt.

suc/dpa/ddp/AP/Reuters

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