Autoabsatz Abwrackprämie rettet Volkswagen-Zahlen

Volkswagen hat im ersten Halbjahr 2009 fast zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt - und 80 Prozent seines Gewinns. Doch dank der Abwrackprämie lieferte der Wolfsburger Konzern in seinen Kernmärkten immer noch mehr Autos aus als im Vorjahr.


Wolfsburg - Gegen die Finanzkrise hilft auch die Abwrackprämie nur bedingt: Das operative Ergebnis von Volkswagen Chart zeigen ist im ersten Halbjahr 2009 deutlich eingebrochen. Das Ergebnis vor Steuern ging auf 800 Millionen Euro zurück, teilte der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mit. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,8 Milliarden Euro gewesen. Der Nettogewinn brach sogar um rund 81 Prozent auf 494 Millionen Euro ein. Auch die Umsatzerlöse waren mit 51,2 Milliarden Euro um 9,4 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr.

VW-Golf in der Autostadt Wolfsburg: Erfolg in den Kernmärkten
AP

VW-Golf in der Autostadt Wolfsburg: Erfolg in den Kernmärkten

Allerdings schlug sich der Wolfsburger Autobauer deutlich besser als der Gesamtmarkt - auch wegen der Abwrackprämie. So musste er in den ersten sechs Monaten zwar einen Absatzrückgang um 4,4 Prozent auf 3,1 Millionen Autos hinnehmen. Insgesamt gingen die Absätze auf dem Weltmarkt allerdings um 17,7 Prozent zurück. Trotzdem habe man in den Kernmärkten Deutschland, China und Brasilien mehr Autos ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum und die Marktanteile in den wichtigsten Märkten der Welt gesteigert, teilte das Unternehmen weiter mit.

Im ersten Quartal war die Volkswagen-Gruppe nur wegen des Verkaufs der brasilianischen Schwerlaster-Sparte von roten Zahlen verschont geblieben. Umsatz und operatives Ergebnis sanken kräftig. Für das Gesamtjahr rechnet VW zwar nicht damit, das Ergebnisniveau der Vorjahre zu erreichen, will das Jahr aber dennoch mit einem Gewinn abschließen. Eine genau Prognose könne man wegen der unsicheren Wirtschaftslage allerdings noch nicht machen.

Erst in der vergangenen Woche haben die Wolfsburger den Machtkampf mit dem Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche Chart zeigen für sich entschieden und die Integration von Porsche als zehnte Marke in den Konzern erzwungen.

An der Börse reagierten die Aktien des Unternehmen unentschlossen auf die vorgelegten Quartalszahlen und blieben mit plus 3,6 Prozent auf 250,45 Euro relativ konstant. Zuvor hatten sie einen kurzen Zickzackkurs absolviert. Ein Händler sagte, die Zahlen erinnerten ein wenig an Daimler mit den schwachen Umsätzen und dem verbesserten Ergebnis.

sam/dpa/dpa-AFX/AP



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lupenrein 01.07.2009
1.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Ich vermute, die 'Investoren' stehen schon Schlange, bei Opel konkret, bei den anderen bald auch, denn in dieser Notsituation kann man sich Sachwerte billigst unter den Nagel reissen...
Volker Gretz, 01.07.2009
2.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Ich könnte beispielsweise VW den Prototyp für ein wartungsarmes Auto zur Verfügung stellen, dass bei 98 PS und "Bleifuß" 7,5 Liter Normabenzin braucht. Der Prototyp hat natürlich mehrere Nachteile: Nahezu unverwüstlicher Motor, keine Importeile, keine selbstzerstörenden Chips, nur ein Faltdach , keinen Airbag. Mit etwas gutem Willen und etwas unterstützung von Akademikern könnten dann Bachelor / Master-Ingenieure versuchen den neuen 80 PS Golf VI, der ien vergleichbares Geicht hat, von den 8,5 Litern Superverbrauch auf diese Werte hinzubekommen. ;-)
Volker Gretz, 01.07.2009
3.
Zitat von lupenreinIch vermute, die 'Investoren' stehen schon Schlange, bei Opel konkret, bei den anderen bald auch, denn in dieser Notsituation kann man sich Sachwerte billigst unter den Nagel reissen...
Glauben Sie die haben irgendwo Benzin gebunkert? :-) Irgend etwas ist in den letzen 15 Jahren grundsätzlich schief gegangen. VW-Fahrzeuge entwickeln sich zu Tankwarts bestem Freund. Am Straßenrand stehen nach 7 Jahren angerostetete Daimler, denen im 4-Wocherhythmus irgend ein abderer Chip verreckt, der ADAC veröffentlicht Pannenstatistiken in denen inzwischen wieder die deutschschen Fahrzeuge gut dastehen (die haben ja ihre individuelle Mobilitätsgarantie der Hersteller),...
Rainer Eichberg 01.07.2009
4.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Preise senken, Preise senken, Preise senken. Neuwagen sind in Deutschland immer noch absurd teuer. Wenn es deutschen Herstellern nicht gelingt, ihre Wagen billiger zu verkaufen, dann müssen sie eben untergehen.
Dabu 01.07.2009
5.
Zitat von sysopTrotz Abwrackprämie hat VW zehn Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Wie findet die Autobranche aus der Krise?
Wo ist die Neuigkeit? Das war doch schon seit Erstdiskussion Ende letzten Jahres absehbar. Wenn die Autohersteller hierfür in dem groben halben Jahr noch keine "Fallback"-Lösung für sich definiert haben, haben einige Geschäftsentwicklungsstrategien und deren Finanzer de facto ihre absehbaren Hausaufgaben nicht gemacht. M.a.W.: Hier jammert erneut die Lobby nach Steuergeldern. Und auch hier bin ich der Meinung, keine Kohle für die Lobbyisten.
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