Autokonzerne: GM stellt Allianz mit Renault-Nissan in Frage
General Motors will ein Zusammengehen mit dem französisch-japanischen Bündnis von Renault und Nissan prüfen. Jetzt verlautet aus Kreisen des US-Autokonzerns, dass man Argumente gegen eine mögliche Allianz sammle.
Detroit - Das Management von General Motors
(GM) sammelt Argumente gegen eine mögliche Allianz mit Renault
und Nissan
. Vorgestellt würden diese morgen bei einem Treffen des Board of Directors von GM, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. GM-Chef Rick Wagoner werde die vom GM-Großaktionär Kirk Kerkorian vorgeschlagene Allianz zwar nicht geradeheraus ablehnen. Er werde den Führungskräften des US-Autobauers aber die Bedenken des Managements ob des Inhalts des Vorschlags sowie der Art und Weise, wie dieser vorgebracht worden sei, darlegen.
Logos von Renault, Nissan und GM: Auf der Suche nach Argumenten gegen eine Zusammenarbeit
Wagoner und seine Berater beurteilen den am vergangenen Freitag von Kerkorian unterbreiteten Vorschlag einer Allianz zwischen dem angeschlagenen Autokonzern GM und Renault-Nissan als "möglicherweise feindliches Vorgehen gegen das Management". Wagoner werde sich Ende kommender Woche mit Carlos Ghosn, dem Chef von Renault und Nissan, treffen und eine Allianz der drei Autohersteller erörtern. Ghosn selbst hatte sich positiv über ein Zusammengehen der drei Produzenten geäußert. Sowohl Nissan als auch Renault sind nach eigenen Angaben aber nur dann zu einer Zusammenarbeit mit GM bereit, wenn der US-Konzern dieser zustimmt.
Wagoner wird laut den Kreisen sowohl grundsätzliche als auch verfahrenstechnische Argumente gegen die vorgeschlagene Allianz vorbringen. So werde er den Sinn von Kooperationen im Automobilsektor allgemein und das Vorgehen von Kerkorian in Frage stellen. Kerkorian und sein Vertreter im GM-Board, Jerome B. York, hätten möglicherweise Vorgaben verletzt, indem sie unabhängig von GM mit Ghosn über ein Zusammengehen von GM mit Renault und Nissan diskutiert haben.
Das Management des US-Automobilkonzerns befürchtet den Angaben zufolge im Falle einer Allianz mit den beiden Wettbewerbern, die deren Beteiligung mit rund 20 Prozent an GM vorsieht, den Verlust der Unabhängigkeit. Zudem betrachte das US-Unternehmen Renault und Nissan als "zweitrangige" Gesellschaften, die GM nicht nutzen würden. Darüber hinaus halte das Management eine Allianz derzeit nicht für erforderlich, da die Sanierung des Unternehmens voranschreite und mehr Zeit für deren Abschluss benötigt werde.
kaz/Dow Jones
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