Autokrise: Nissan streicht 20.000 Stellen

Die internationale Autokrise trifft Japans drittgrößten Fahrzeugbauer mit voller Kraft: Nissan rechnet mit Milliardenverlusten und baut weltweit 20.000 Stellen ab - ein herber Rückschlag für den gefeierten Konzernlenker Carlos Ghosn.

Tokio - Nissan-Geschäftsführer Carlos Ghosn galt als Hoffnungsträger, als Manager, der den japanischen Renault-Partner Nissan vor dem Kollaps gerettet hat. Auch für die komplexe Allianz zwischen Nissan und Renault wurde der gebürtige Brasilianer ausgiebig gefeiert. Ghosn lenkt auch den französischen Autohersteller, Renault hält 44 Prozent an Nissan.

Nissan-Chef Ghosn: Herbe Verluste im Winterquartal
AFP

Nissan-Chef Ghosn: Herbe Verluste im Winterquartal

Doch die Autokrise trifft auch Nissan mit Wucht. Der weltweite Nachfrageeinbruch, die restriktive Kreditvergabe vieler Finanzhäuser und der teure Yen haben auch in der Bilanz von Japans drittgrößtem Autobauer deutliche Spuren hinterlassen.

Nach Branchenprimus Toyota rechnet nu auch Nissan mit einem Jahresverlust. Im Winterquartal machte der Konzern demnach einen Nettoverlust von 83,2 Milliarden Yen.

Wie Nissan am Montag bekanntgab, dürfte zum Ende des noch bis 31. März laufenden Geschäftsjahres sogar ein operativer Verlust von 180 Milliarden Yen anfallen. Es ist der erste Betriebsverlust seit 14 Jahren und auch der erste Verlust, seit Carlos Ghosn 1999 das Ruder bei Nissan übernommen hat.

Unter dem Strich werde das Minus bei umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro liegen, teilte der Konzern mit. Ursprünglich hatte Nissan einen operativen Gewinn von 2,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro prognostiziert.

In der Folge kündigte Ghosn Sparmaßnahmen an - unter anderem streicht der Manager 20.000 Jobs. Durch den Stellenabbau sinkt die Mitarbeiterzahl auf 215.000.

ssu/AP/dpa/Reuters

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